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Praktikum in England

Über das Land, Visum, Kosten, Bewerbung & mehr!

England ist ein sehr vielschichtiges Land. Das gilt nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für den Arbeitsmarkt. Dementsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten für ein Praktikum in England. Ein Auslandspraktikum macht sich übrigens nicht nur hervorragend im Lebenslauf, sondern bringt dich auch fachlich wie persönlich voran.

Damit dein Auslandspraktikum in England ein voller Erfolg wird, musst du aber einiges beachten. Wie und wo finde ich ein Praktikum in England? Welche Finanzierungsmöglichkeiten habe ich? Worauf muss ich bei einer englischen Bewerbung achten? All das und noch vieles mehr erfährst du in unserem Ratgeber für ein Auslandspraktikum in England.

Frau mit Hut steht auf Brücke in London und blickt auf beleuchtete Tower Bridge.

Wie finde ich ein Praktikum in England?

Ob Finanzpraktikum in London, Hotelpraktikum in Manchester oder Marketingpraktikum in Liverpool: In England hast du die Qual der Wahl. Die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz kannst du auf ganz verschiedene Art und Weise angehen.

Du kannst dich beispielsweise auf eine bestimmte Branche fokussieren. Oder du konzentrierst dich auf ein konkretes Unternehmen. Einige der weltweit größten Unternehmen haben ihren Firmensitz in England. Übrigens unterhalten auch viele deutsche Unternehmen Niederlassungen in Großbritannien. Hier können deine Deutschkenntnisse ein echter „Türöffner“ sein.

Viele angehende Praktikanten suchen aber auch einfach nach Praktikumsplätzen in einer bestimmten Stadt – allen voran natürlich in London.

Branchen für ein Praktikum in England

Wie in anderen Ländern gibt es auch in England bestimmte Branchen, die besonders stark sind. In London dominieren zum Beispiel das Bankenwesen und Unternehmen aus der Finanzwelt. Aber auch die englischen Industrieunternehmen oder Marketingagenturen bieten spannende Praktika, die in England übrigens „internships“ heißen.

  • Finanzbranche
  • Industrie
  • Wirtschaft
  • Marketing
  • Hotellerie

Visum, Arbeitserlaubnis, Erasmus: Welche Auswirkungen hatte der Brexit?

Als Großbritannien noch zur Europäischen Union gehörte, brauchte man für ein Praktikum in England weder ein Visum noch eine Arbeitserlaubnis. Seit dem Ausstieg aus der EU hat sich jedoch leider einiges verändert.

Wenn du nun ein Praktikum in England machen willst, benötigst du das sogenannte Tempory Worker-Government Authorised Exchange Visa (T5). Das ist allerdings nicht so leicht zu bekommen, du musst diverse Voraussetzungen erfüllen. Falls du ein Praktikum in England machen möchtest, solltest du dich auf jeden Fall rechtzeitig informieren, was du alles benötigst und ob ein Auslandspraktikum nach dem Brexit für dich überhaupt noch möglich ist. Lass dich dafür am besten im International Office deiner Hochschule beraten oder schau mal auf die Seite der britischen Regierung: www.gov.uk/government-authorised-exchange

Falls du auf eine Förderung deines England-Praktikums durch Eramsus+ gehofft hast, haben wir ebenfalls schlechte Nachrichten für dich: In der neuen Programmgeneration (2021 – 2027) ist das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil des Erasmus-Programms.

U-Bahnhof mit Tube in London

Auslandspraktikum in England selbst organisieren – so geht‘s

Du kannst die komplette Organisation deines England-Praktikums zwar in die Hände einer Vermittlungsagentur übergeben, allerdings ist das mit hohen Kosten verbunden. Deutlich günstiger ist es, die Organisation des Auslandspraktikums in England einfach selbst zu übernehmen. Das zeugt zudem von Eigeninitiative und du bist völlig frei bei der Wahl deines Praktikums.

  • Praktikumssuche: Auf MeinPraktikum.de findest du verschiedene Praktika, auf die du dich bewerben kannst. Die Praktikumsstelle muss aber nicht immer ausgeschrieben sein – auch Initiativbewerbungen können zum Erfolg führen. Insbesondere bei deutschen Unternehmen, die eine Niederlassung in England haben, kann sich eine Initiativbewerbung lohnen.

  • Bewerbung: Achte bei deiner Bewerbung darauf, dass du die Formalia einhältst und dass aus deinem Anschreiben deutlich hervorgeht, warum du das Auslandspraktikum in England machen möchtest und was dich am Unternehmen reizt. Du brauchst Hilfe bei Anschreiben, Lebenslauf und Co.? Dann wirf einen Blick in unseren Bewerbungsratgeber.

  • Vorstellungsgespräch: Wirst du zum Vorstellungsgespräch eingeladen, hast du die erste Hürde schonmal gemeistert. In England sind sogenannte Assessment-Center üblich. Es werden mehrere Bewerber eingeladen und auf ihre Fähigkeiten und Tauglichkeit geprüft. Natürlich erfordert nicht jedes Praktikum ein persönliches Vorstellungsgespräch: Skype-Interviews oder Telefongespräche sind praktische Alternativen zum persönlichen Bewerbungsgespräch.

  • Vorbereitung: Hast du eine Zusage erhalten, musst du dich um die Organisation deines Aufenthalts kümmern. Durch den Brexit brauchst du als Praktikantin oder Praktikant in England mittlerweile ein Visum. Außerdem musst du dir natürlich überlegen, ob du mit Flugzeug, Bus oder Bahn nach England fährst beziehungsweise fliegst. Kompliziert werden kann es bei der Unterkunft – hier solltest du frühzeitig recherchieren und planen.

  • Finanzierung: Auch zu den Finanzen solltest du dir Gedanken machen. Ein konkreter Finanzplan sorgt für Klarheit und gibt dir Planungssicherheit. Überlege dir vorab, wieviel Geld du für dein Praktikum in England benötigst und kläre ab, welche Finanzierungsmöglichkeiten dir offenstehen.

Wie bewerbe ich mich in England richtig?

Wer seine deutschen Bewerbungsunterlagen einfach eins zu eins ins Englische übersetzt, wird bei den Personalern für wenig Verzückung sorgen. Es gibt teilweise große Unterschiede zwischen deutschen und englischen Bewerbungsunterlagen. Grundsätzlich bestehet eine englische Bewerbung aus einem cover letter (Anschreiben) und dem curriculum vitae (Lebenslauf) – kurz CV. Auf Zeugnisse und andere Anhänge wird ebenso verzichtet wie auf ein Bewerbungsfoto sowie Angaben zu Geschlecht, Alter und Religion. Trotzdem solltest du auf Referenzen verweisen, die bei Bedarf nachgereicht werden können.

Kurz & knapp: 5 Tipps für eine englische Bewerbung

  • Achte auf die englische Schreibweise des Datums.
  • Ergänze deiner Handynummer um die deutsche Vorwahl +49.
  • Hänge keine Zeugnisse an, erwähne aber Referenzen.
  • Lass das Bewerbungsfoto weg.
  • Verzichte auf Datum und Unterschrift im Lebenslauf.

Welche Kosten kommen bei einem Auslandspraktikum in England auf mich zu?

Zu den eher unerfreulichen Begleiterscheinungen eines Auslandspraktikum zählen zweifelsohne die Kosten für Anreise, Unterkunft und Lebensunterhalt. Du solltest dir vorab ausführlich Gedanken darüber machen, wieviel Geld du benötigst und dir dementsprechend ein finanzielles Polster anlegen. Insbesondere London ist alles andere als günstig – plane deshalb lieber etwas mehr als zu wenig Geld für deine Zeit auf der Insel ein.

  • Anreise: Je nachdem, wohin es dich in England verschlägt, kann die Anreise sehr günstig oder auch etwas teurer ausfallen. Am einfachsten und günstigsten ist die Reise nach London. Dabei stehen dir alle Wege offen: Bus, Bahn oder das Flugzeug. Letzteres ist natürlich die bequemste Variante. Die Flüge nach London sind zudem sehr preiswert.

  • Visum und Reisepass: Seit dem Brexit brauchst du für dein Praktikum in England ein Visum und einen gültigen Reisepass. Beides ist mit Kosten verbunden.

  • Unterkunft: Beim Thema Unterkunft ist London hingegen nicht mehr so günstig. Die Stadt zählt zu den teuersten Städten Europas. Auch wenn du ein bezahltes Praktikum in London absolvierst, wird die Praktikumsvergütung kaum für eine eigene Wohnung im Zentrum reichen. Gastfamilien, WGs oder Studentenunterkünfte sind vergleichsweise kostengünstige Alternativen. In anderen englischen Städten ist der Wohnungsmarkt hingegen entspannter. Dort kannst du dir meist für einige Hundert Pfund eine eigene Unterkunft leisten.

  • Lebensunterhalt: Auch die Lebenshaltungskosten hängen wieder stark davon ab, wo du dein Praktikum in England absolvierst. Kleinere Städte wie Brighton oder York sind deutlich günstiger als London. Trotzdem solltest du bedenken, dass die Lebenshaltungskosten in England allgemein etwas höher sind als in Deutschland.

  • Freizeitaktivitäten: In deiner Zeit als Praktikant in England möchtest du sicherlich auch etwas in deiner Freizeit erleben. Je nachdem, was du alles sehen und erkunden möchtest, benötigst du eben mehr oder weniger Geld.

  • Vermittlung: Hast du für dein Praktikum in England die Dienste einer Vermittlungsagentur in Anspruch genommen, musst du zusätzliche Kosten einberechnen. Die meiste Agenturen lassen sich ihre Arbeit sehr gut bezahlen. Hier musst du mit mehreren Hundert Euro rechnen.

Für ein Praktikum in London solltest du mit rund 1000 Euro pro Monat planen. Das ist natürlich nur eine grobe Angabe: Je nachdem, welche Ansprüche du an deine Unterkunft stellst und wie dein individueller Lebensstil ist, kann es auch deutlich mehr sein. In anderen Städten und insbesondere in den eher ländlichen Gegenden Englands ist es natürlich günstiger.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für ein Praktikum in England?

Egal ob als Schüler nach dem Abitur, im Rahmen der Ausbildung oder als Student: Für Auslandspraktika gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu bekommen. Die bekanntesten sind:

  • Auslands-BAföG
  • Bildungskredit
  • Stipendien
  • Stiftungen

Kläre vorab, welche Förderungen für dich in Frage kommen. Als Student hast du zum Beispiel die Möglichkeit, Auslands-BAföG zu beantragen. Als Azubi bietet sich der zinsgünstige Bildungskredit der Bundesregierung an. Teilweise gibt es auch Stipendien, Stiftungen und Organisationen, bei denen du dich melden kannst. Zu den bekanntesten Organisationen zählt zum Beispiel der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Praktikum England: Woran du sonst noch so denken musst

Wusstest du schon, dass in englischen Pubs die Bestellung normalerweise direkt am Tresen abgegeben wird? Auch bezahlt wird sofort. Das ist nur eine von vielen Kuriositäten über England, die du wissen musst.

Du solltest dich allerdings nicht nur mit den speziellen Gepflogenheiten in englischen Pubs vertraut machen, sondern auch etwas über das Arbeitsleben in England informieren und einige Vorbereitungen für deine Zeit auf der Insel treffen.

  • Dresscode: In manchen Unternehmen gibt es einen regelrechten Dresscode, bei anderen geht es wiederum deutlich lockerer zu. Schau dir deshalb die Website oder die Social-Media-Kanäle des Unternehmens an. Dort findest du in der Regel Fotos aus dem Arbeitsalltag und bekommst einen Eindruck vom Dresscode, der im Unternehmen herrscht.

  • Bankkonto: England hat keinen Euro, sondern Pfund Sterling. Richte dir deshalb am besten vor Ort ein englisches Bankkonto ein. Dein Arbeitgeber kann dir bequem deine Praktikumsvergütung überweisen – sofern du ein bezahltes Praktikum absolvierst – und du kannst bequem und kostenlos Geld abheben und Überweisungen tätigen.

  • Internationaler Studentenausweis: Wenn du Student bist und Geld sparen möchtest, solltest du dir einen internationalen Studentenausweis organisieren. Der deutsche Studentenausweis wird nämlich manchmal nicht akzeptiert. Mit dem internationalen Ausweis bist du auf der sicheren Seite und bekommst alle Rabatte. Den Ausweis kannst du übrigens online beantragen.

5 Dinge, die du noch nicht über England wusstest

  • Du möchtest London aus der Vogelperspektive sehen, hast aber keine Zeit, dich bis zu zwei Stunden in die Warteschlange des London Eye zu stellen? Eine Alternative ist das Monument, eine riesige römische Säule mit einer Flamme auf der Spitze, die nahe der St. Paul's Cathedral zu finden ist. Für wenige Pfund kann man sich die 311 Stufen bis zur Spitze hochkämpfen und bekommt als Lohn einen atemberaubenden Ausblick über London.
  • In englischen Pubs wird grundsätzlich an der Theke bestellt, bezahlt wird sofort. Das Trinkgeld kannst du dir sparen, es ist in England verpönt.
  • Wusstest du, dass kaum einer British English spricht? Es gibt in England mehr Englisch-Dialekte als man zählen kann, deshalb kann es auch schnell mal zu Verständigungsproblemen kommen.
  • Was man hierzulande als „Kneipentour“ bezeichnet, wird in England „Pub Hopping“ genannt. Pub Hopping ist die übliche Weise den Abend zu verbringen, auf nur ein Pub am Abend beschränken sich die Wenigsten.
  • Wer am 5. November in England ist kann sich auf was gefasst machen. An diesem Tag wird die „Bonfire Night“, in der das Scheitern des Beinahe-Attentats von Guy Fawkes auf König Jacob I., gefeiert. Dabei finden Straßenumzüge oder ein Fackelzug statt, bei dem eine Guy-Fawkes-Puppe verbrannt wird und Feuerwerke entzündet werden.

Top 10: Die größten Unternehmen in England

Die Rangfolge wurde von der Zeitschrift Forbes im Jahr 2021 ermittelt. Das Magazin veröffentlicht jährlich die „Forbes Global 2000“-Liste, in der die 2.000 größten börsennotierten Unternehmen der Welt aufgeführt sind.

  1. HSBC Holdings
  2. Unilever
  3. GlaxoSmithKline
  4. Prudential
  5. Vodafone
  6. Barclays
  7. Linde
  8. AstraZeneca
  9. Lloyds Banking Group
  10. Legal & General Group

Welche Alternativen gibt es zu einem Praktikum in England?

Findest du in England einfach keine passende Praktikumsstelle? Dann schau dich doch mal nach Praktika in anderen Ländern um. Spanien, Frankreich und Italien haben ebenfalls tolle Praktika zu bieten. Oder soll es auf einen anderen Kontinent gehen? Dann such doch mal in Japan, Neuseeland oder Südafrika nach einem spannenden Praktikumsplatz.