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Praktikum in Südafrika

Über das Land

Drei Hauptstädte, elf offizielle Amtssprachen und mehrere Ethnien – Südafrika ist ein extrem vielfältiges Land, weshalb es auch als „Regenbogennation“ bekannt ist. Kein Wunder, dass viele junge Menschen von einem Praktikum in Südafrika träumen. Die Möglichkeiten dafür sind auch recht umfangreich. Angefangen bei Pflichtpraktika über die Arbeit in Entwicklungseinrichtungen und Naturschutzorganisationen bis hin zum sogenannten Volunteering. Ein Praktikum in Südafrika ist eine tolle Gelegenheit, eine neue Arbeitswelt kennenzulernen und Berufserfahrung zu sammeln.

Bei der Organisation deines Auslandspraktikums in Südafrika gibt es aber einige Sachen, die du beachten musst. Wir verraten dir alles rund um Visum, Arbeitserlaubnis, Einreise, Kosten und Co. Außerdem haben wir wertvolle Tipps für deine Bewerbung und zur Finanzierung deines Auslandsaufenthalts.

Junge Frau sitzt auf einem Berg in Südafrika und blickt auf das Meer bei Sonnenuntergang

Wie finde ich ein Praktikum in Südafrika?

Bei der Suche nach einem Auslandspraktikum in Südafrika hast du grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten.

  • Eigenleistung: Mit etwas Zeit und ausreichend Recherchearbeit kannst du dein Südafrika-Praktikum komplett in Eigenregie organisieren. Dabei solltest du aber beachten, dass in Südafrika in der Regel nur Pflichtpraktika im Rahmen des Studiums erlaubt sind. Das Praktikum muss also einen direkten Bezug zu deinem Studium aufweisen. Es ist nicht möglich, einfach bei einem Unternehmen in Südafrika ein Praktikum zu absolvieren.

  • Volunteering: Bist du kein Student, wird es ziemlich schwierig mit einem Praktikum in Südafrika. Eine spannende Alternative ist das sogenannte Volunteering (Freiwilligenarbeit). Dafür brauchst du nämlich keine Arbeitserlaubnis. Freiwilligenarbeit ist eine super Möglichkeit, um Südafrika kennenzulernen. Besonders beliebt sind Tätigkeiten als Tierschützer, Krankenpfleger oder Kinderbetreuer. Du bekommst zwar kein Geld für deine Arbeit, aber dafür verbringst du eine unvergessliche Zeit in Südafrika und tust etwas Gutes. Ehrenamtliche Tätigkeiten und die interkulturellen Erfahrungen, die du sammelst, werten deinen Lebenslauf auf jeden Fall auf.

  • Agentur: Wer es möglichst unkompliziert haben möchte und bereit ist, dafür etwas Geld in die Hand zu nehmen, kann sich an eine professionelle Vermittlungsagentur wenden. Die übernimmt die komplette Organisation und schlägt dir eine Praktikumsstelle vor. Außerdem bekommst du Unterstützung bei der Beantragung deines Visums und hast einen konkreten Ansprechpartner, an den du dich bei allen Fragen wenden kannst. Du solltest dir aber bewusst sein, dass sich die Agenturen ihre Dienste einiges Kosten lassen und du bei der Wahl des Praktikums eingeschränkt bist.

Ob du nun als Student die Suche nach einem Praktikum in Südafrika in die eigene Hand nimmst, dich an eine Vermittlungsagentur wendest oder an einem Austauschprogramm teilnimmst: Den Auslandsaufenthalt in Südafrika wirst du sicherlich dein Leben lang nicht vergessen.

Wo kann ich in Südafrika ein Praktikum machen?

In Südafrika sind Praktika in nahezu allen Branchen und Bereichen möglich. Die meisten Praktikumsplätze gibt es in den beiden größten Städten des Landes: Kapstadt und Johannesburg. Findest du dort kein passendes Praktikum, kannst du es auch mal in Durban, Pretoria oder Port Elizabeth versuchen. Auch dort warten spannende Praktika auf dich.

Blick auf Kapstadt

Praktikum in Kapstadt

Dank Tafelberg und dem Kap der guten Hoffnung ist Kapstadt die wohl bekannteste Stadt Südafrikas. Hier ist nicht nur das Parlament beheimatet, sondern auch jede Menge Unternehmen, bei denen du ein Praktikum machen kannst. Hierfür bietet sich zum Beispiel der Tourismus- und Handelssektor an. Aber auch die IT- und Werbebranche sind beliebte Bereiche für ein Auslandspraktikum in Kapstadt.

Blick auf Gebäude in Johannesburg mit Südafrika Flagge an Fassade

Praktikum in Johannesburg

Johannesburg ist die größte Stadt Südafrikas und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Von den Top 10 der größten Unternehmen Südafrikas haben acht ihren Sitz in Johannesburg. Besonders stark vertreten sind Unternehmen aus der Industrie, aber auch viele Zeitungen und Magazine haben eine Niederlassung in Johannesburg. Es gibt also viele Praktika in den Bereichen Journalismus und Medien.

Brauche ich ein Visum für mein Südafrika-Praktikum?

Ob du für dein Südafrika-Praktikum ein Visum benötigst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für unbezahlte Pflichtpraktika, die weniger als drei Monate dauern, brauchst du grundsätzlich kein spezielles Visum – ein gültiger Reisepass reicht aus. Am Flughafen wird dir einfach ein Touristenvisum ausgestellt. Allerdings brauchst du meistens eine Arbeitserlaubnis.

Arbeitserlaubnis für Praktika in Südafrika

Seit 2012 gelten Praktika in Südafrika als Gelegenheitsbeschäftigung für die eine Arbeitserlaubnis benötigt wird. Ob das Praktikum bezahlt ist oder unbezahlt spielt keine Rolle.

  • Freiwilliges Praktikum: Für ein freiwilliges Praktikum in Südafrika, das weniger als 90 Tage dauert, kann eine einmalige Erlaubnis erteilt werden, dass du mit einer gewöhnlichen Besuchergenehmigung arbeiten darfst. Diese Erlaubnis wird bei der Einreise vom Grenzbeamten ausgestellt. Hierfür ist wichtig, dass dein Praktikumsunternehmen die Verantwortung für dich übernimmt. Ohne eine Bestätigung darüber, bekommst du keine Genehmigung.

  • Pflichtpraktikum: Machst du ein Pflichtpraktikum in Südafrika, das länger als 90 Tage dauert, brauchst du eine Studiengenehmigung (study permit). Um die zu bekommen, musst du verschiedene Unterlagen bei der Botschaft von Südafrika einreichen. So zum Beispiel Unterlagen von deiner Hochschule, eine Bestätigung von deinem Praktikumsunternehmen und verschiedene Versicherungsnachweise.

Meeresbucht in Südafrika mit Bergen im Hintergrund

Wie beantrage ich das Südafrika-Visum?

Sowohl die Work Permit als auch das Visum für Voluntary or Charitable Activities beantragst du bei der südafrikanischen Botschaft in Berlin. Alternativ kannst du dich an das südafrikanische Generalkonsulat in München wenden. Um das Südafrika-Visum zu bekommen, musst du eine ganz schön lange Liste an Dokumenten und Bestätigungen einreichen.

Welche Unterlagen muss ich für die Arbeitserlaubnis / Studienerlaubnis einreichen?

  • Bestätigung Pflichtpraktikum: Deine Hochschule muss bestätigen, dass es sich bei deinem Praktikum um ein Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums handelt.

  • Bestätigung Abkommen: Eine südafrikanische Hochschulemuss bestätigen, dass es ein Abkommen mit deiner Hochschule gibt. In der Bestätigung müssen auch dein Ansprechpartner sowie deine Anschrift in Südafrika aufgeführt werden.

  • Bestätigung Unternehmen: Dein Praktikumsunternehmen muss über die Dauer des Praktikums und deine Aufgaben informieren. Außerdem muss aus der Bestätigung hervorgehen, in welchem Verhältnis das Unternehmen zu einer südafrikanischen Bildungseinrichtung steht.

  • Persönliche Erklärung: Du musst bestätigen, dass du nur bei dem Unternehmen tätig bist und auch ausschließlich den Aufgaben nachgehst, die im Schreiben des Unternehmens aufgelistet sind.

  • Nachweise: Du brauchst ein Attest vom Arzt, der dir deine Gesundheit bestätigt sowie einen Röntgenbericht. Außerdem musst du nachweisen, dass du eine in Südafrika gültige Auslandskrankenversicherung hast. Zu guter Letzt musst du noch ein polizeiliches Führungszeugnis einreichen und nachweisen, dass du über genug Geld verfügst, um in Südafrika über die Runden zu kommen.

Bei der Menge an Dokumenten und Nachweisen, die du beim Visumsantrag einreichen musst, solltest du genug Zeit einplanen. Die Bearbeitungszeit der Visa beträgt bis zu acht Wochen! Es gibt übrigens keinen Express-Service. Fast alle Visa für Südafrika kosten 33 Euro (Stand: März 2020).

Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum in Südafrika?

Südafrikanische Bewerbungsunterlagen bestehen ganz klassisch aus einem Anschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf. In den meisten großen Unternehmen wird Englisch gesprochen. Dementsprechend kannst du deine Unterlagen auch auf Englisch einreichen. Versichere dich aber zuvor noch einmal, in welcher Sprache die Bewerbung eingereicht werden soll.

  • Anschreiben: Beim Aufbau des Anschreibens kannst du dich grob an den deutschen Vorgaben orientieren. Da Praktika in Südafrika eher unüblich sind, solltest du allerdings noch etwas mehr auf den Nutzen eingehen, den das Unternehmen von dir als Praktikant hat. Hebe deine Stärken hervor und untermauer deine Fähigkeiten und Erfahrungen mit konkreten Beispielen.

  • Lebenslauf: Der Lebenslauf muss tabellarisch und antichronologisch aufgebaut sein. Es gibt also keine Unterschiede zu einem deutschen Lebenslauf, weshalb es ausreicht, diesen korrekt zu übersetzen. Achte dabei vor allem darauf, dass Noten, Abschlüsse und Titel richtig und vor allem verständlich übersetzt werden.

Alle Infos zum Thema Bewerbung gibt’s in unserem Bewerbungsratgeber. Dort findest du nicht nur Tipps für das Anschreiben und den Lebenslauf, sondern auch jede Menge Infos zum Vorstellungsgespräch und welche Rechte du als Praktikant hast.

Flugzeug bei Sonnenuntergang am Flughafen

Was kostet ein Praktikum in Südafrika?

Mit welchen Kosten du für die Südafrika-Praktikum planen musst, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Machst du ein bezahltes Praktikum in Südafrika oder arbeitest du als Volunteer? Musst du dir eine eigene Unterkunft organisieren oder bekommst du von deinem Arbeitgeber eine gestellt? Natürlich hat auch dein persönlicher Lebensstil Auswirkungen auf die Kosten. Wer viel erleben möchte, braucht etwas mehr Geld.

  • Anreise: Südafrika ist fast 10.000 Kilometer von Deutschland entfernt – am Flugzeug führt bei der Einreise also kein Weg vorbei. Für den Flug musst du mit etwa 500 Euro planen. Preise vergleichen und frühzeitig buchen lohnt sich auf jeden Fall. Damit kannst du nämlich einiges an Geld sparen.

  • Unterkunft: Eigene Wohnung, Gastfamilie oder WG-Zimmer – wieviel Geld du monatlich für deine Unterkunft einplanen solltest, hängt stark von der Art der Unterkunft ab. Außerdem spielt es natürlich auch eine Rolle, wo du dein Praktikum machst. Auf dem Land sind die Mieten deutlich günstiger als in den großen Städten wie Kapstadt oder Johannesburg. Im Idealfall kümmert sich dein Praktikumsunternehmen um die ganze Organisation. Bei Freiwilligendiensten bekommst du meistens eine Unterkunft gestellt und musst dich um nichts kümmern.

  • Lebensunterhalt: Die Lebenshaltungskosten liegen in Südafrika deutlich unter dem europäischen Niveau. In Touristenstädten wie Kapstadt sind die Kosten natürlich höher als in ländlichen Regionen.

Wie kann ich das Südafrika-Praktikum finanzieren?

Surfer am Strand in Südafrika bei Sonnenuntergang

Machst du ein bezahltes Praktikum in Südafrika, kannst du dir den Aufenthalt in Südafrika teilweise finanzieren. Da die Löhne in Südafrika aber ziemlich gering sind, wird dein Gehalt in der Regel aber nicht reichen, um alle Kosten zu decken. Genau für solche Fälle gibt es verschiedene Förderprogramme und Stipendien, die dir bei deinem Praktikum im Ausland finanziell unter die Arme greifen. In unserem Ratgeber zum Thema Finanzierung findest du alle relevanten Infos zu deinen Möglichkeiten.

Alternativen für ein Auslandspraktikum