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Praktikum in Kanada

Über das Land

„O Canada! Our home and native land!“ – in ihrer Nationalhymne besingen die Kanadier voller Stolz die Stärke und Größe ihres Heimatlandes. Mit den Niagarafällen, knapp 50 Nationalparks und schier unendlichen Weiten kommen Naturliebhaber und Abenteurer im Land des Ahornblatts voll auf ihre Kosten. Kanada eignet sich aber nicht nur für unvergessliche Urlaube, sondern auch für ein Auslandspraktikum. Insbesondere die pulsierenden Metropolen wie Vancouver, Toronto, Montreal oder Calgary haben jede Menge Praktika zu bieten. Aber auch die Landwirtschaft oder der Tourismus sind interessante Branchen für ein Auslandspraktikum in Kanada.

Ob Praktikum bei einer der großen Banken des Landes oder Arbeit auf einer Ranch: Ein Praktikum in Kanada macht sich nicht nur hervorragend im Lebenslauf, sondern bringt dich auch fachlich und persönlich voran. Damit dabei nichts schiefgeht, muss alles gut geplant werden – insbesondere beim Thema Visum.

See an der Vermilion Lakes Road in Kanada mit Bergpanorama im Hintergrund

Wann brauche ich ein Visum für ein Praktikum in Kanada?

Für ein Praktikum in Kanada braucht man unbedingt ein Visum. Das wird von der kanadischen Botschaft erteilt. Im Rahmen des Youth Mobility Programs (YMP) gibt es eine Arbeitserlaubnis speziell für Studierende und Auszubildende zwischen 18 und 35 Jahren, die ein studien- oder ausbildungsbezogenes Praktikum machen.

Youth Mobility Program (YMP)

Das deutsch-kanadische Youth Mobility Program (YMP) ermöglicht jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren, internationale Berufserfahrung in Kanada zu sammeln. Das Programm, das bis zu zwölf Monate gültige Visa anbietet, richtet sich an Studenten, Azubis und junge Menschen, die Berufserfahrung sammeln und gleichzeitig Land und Leute kennenlernen möchten. Das YMP ist in drei Kategorien unterteilt: Working Holiday, Internship und Young Professional.

Welches Visum brauche ich für ein Praktikum in Kanada?

Welches Visum du für dein Kanada-Praktikum benötigst, hängt hauptsächlich davon ab, was du in Kanada vorhast. Möchtest du nur ein Praktikum bei einem bestimmten Unternehmen machen, brauchst du ein anderes Praktikum als wenn du Work and Travel machen willst. Allerdings gibt es gewisse Grundvoraussetzungen, die für jede Art von Kanada-Visum erfüllt sein müssen.

Grundvoraussetzungen für ein Kanada-Visum

Du musst …

  • … die deutsche Staatsbürgerschaft haben (für andere Staaten gelten teilweise andere Voraussetzungen).

  • … zwischen 18 und 35 Jahren alt sein.

  • … über einen gültigen Reisepass verfügen.

  • ausreichend Geld nachweisen, dass du deinen Kanada-Aufenthalt selbst finanzieren kannst (ca. $ 2500 CAD – das entspricht etwa 1750 Euro).

  • … ein gültiges Rückflugticket haben oder genügend finanzielle Mittel für ein Ticket vorweisen.

  • … eine Auslandskrankenversicherung besitzen.

  • … ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis einreichen.

Hast du sämtliche Dokumente vorliegen und erfüllst alle Voraussetzungen, kannst du dich für verschiedene Visa bewerben. Davon steht aber nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung, die meist schon Mitte des Jahres vergeben sind. Meist werden dann aber noch weitere Kontingente freigegeben – eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Informiere dich also vorab gut, welches Visum am besten zu deinem Vorhaben passt und kümmere dich frühzeitig darum.

Working-Holiday-Visum (WHV)

Das Working-Holiday-Visum ist perfekt für dich, wenn du das Land im Rahmen eines Work-and-Travel-Aufenthalts bereisen möchtest. Das WHV – so wird es meist abgekürzt – umfasst nämlich neben der Aufenthalts- auch eine Arbeitserlaubnis für Kanada. Von Farmarbeiten über Au-Pair-Tätigkeiten bis hin zu bezahlten Praktika ist alles erlaubt. Damit bietet das Working-Holiday-Visum maximale Freiheit und die perfekte Kombination aus Arbeit und Reisen.

  • Kontingent: ca. 4500 jährlich
  • Zielgruppe: junge Erwachsene (18–35)
  • Gültigkeit: bis zu 12 Monate
  • Beschränkung: nein, an keinen Arbeitgeber gebunden

Internship Visum/International Co-Op-Visum

Das Internship Visum, das auch als „International Co-Op Visum“ bekannt ist, richtet sich an Azubis und Studenten zwischen 18 und 35 Jahren, die ein Praktikum in Kanada absolvieren möchten. Im Gegensatz zum WHV ist das Internship Visum an einen Arbeitgeber gebunden. Bereits bei der Beantragung brauchst du also eine feste Zusage für einen Praktikumsplatz.

  • Kontingent: ca. 160 jährlich
  • Zielgruppe: Studenten & Auszubildende (18–35)
  • Gültigkeit: bis zu 12 Monate
  • Nachweis: fester Praktikumsplatz erforderlich (muss zu Ausbildung/Studium passen)
  • Beschränkung: ja, an Arbeitgeber gebunden

Young Professionals Visum

Auch für Berufstätige mit bereits abgeschlossener Ausbildung oder fertigem Studium gibt es Kanada-Visa. Abgesehen von der Erfüllung der Grundvoraussetzungen wird ein kanadisches Stellenangebot benötigt.

  • Kontingent: ca. 350 jährlich
  • Zielgruppe: junge Berufstätige (18–35)
  • Gültigkeit: bis zu 12 Monate
  • Nachweis: feste Stellenzusage erforderlich (muss ausbildungs-/studienrelevant sein)
  • Beschränkung: ja, an Arbeitgeber gebunden
Blick auf den Hafen und die Skyline von Toronto bei Nacht

Praktikum-Visum für Kanada beantragen: So geht’s!

Alle Kanada-Visa können bequem online beantragt werden. Allerdings gibt es beim Bewerbungsprozess Unterschiede. Außerdem ist die Anzahl an Visa, die im Rahmen des IEC-Programms (International Experience Canada) vergeben werden, begrenzt. Die Erteilung erfolgt per Losverfahren.

Wie beantrage ich das Working-Holiday-Visum für Kanada?

Der Bewerbungsprozess für das Working-Holiday-Visum ist in mehrere Schritte unterteilt.

  1. Registrierung: Im ersten Schritt musst du dich auf der Website der kanadischen Regierung registrieren. Neben der Angabe deiner persönlichen Daten muss ein Fragebogen ausgefüllt werden.

  2. IEC-Profil: Nach Prüfung deiner Angaben erhältst du den sogenannten Personal Reference Code, mit dem du dann dein IEC-Profil anlegen kannst. Dort hinterlegst du alle relevanten Daten für den Bewerbungsprozess. Hast du dein Profil vervollständigt und das gewünschte Visum ausgewählt, wirst du mit allen anderen Bewerbern aus Deutschland in einen Verlosungspool geworfen.

  3. Einladung: Die Verlosung der Visa findet in regelmäßigen Abständen statt. Die glücklichen „Gewinner“ werden benachrichtigt und haben zehn Tage Zeit, die Einladung anzunehmen.

  4. Work Permit: Nach Annahme der Einladung bleiben 20 Tage Zeit, um die sogenannte Work Permit, also die Arbeitserlaubnis für Kanada, zu beantragen. Dazu müssen weitere Unterlagen eingereicht und die Visumsgebühren fristgerecht bezahlt werden.

  5. Biometrische Daten: Seit Mitte 2018 ist außerdem die Erfassung der biometrischen Daten der Bewerber erforderlich. Deine Fingerabdrücke kannst du bei einem der beiden „Visa Application Center“ (VAC) in Düsseldorf oder Berlin abgeben.

  6. Bestätigung: Abschließend werden deine Unterlagen noch einmal final vom CIC (Citizenship and Immigration Canada) geprüft und der Antrag bearbeitet. Hat alles geklappt, erhältst du dein Visum. Dieses beinhaltet allerdings nur die Aufenthaltsberechtigung. Die Arbeitserlaubnis erhältst du erst bei der Einreise nach Kanada, also vor Ort am Flughafen.

Tipp: Das jährliche WHV-Kontingent ist stark beschränkt und oft schon im Sommer erschöpft. Es empfiehlt sich also, bereits frühzeitig im Jahr seine Bewerbung einzureichen.

Wie lange dauert die Beantragung von einem Kanada-Visum für ein Praktikum?

Junger Mensch hält Reisepass in der Hand vor Bergpanorama

Die Bearbeitungszeiten für die verschiedenen Kanada-Visa können variieren. Auf der Website der kanadischen Regierung gibt es aber die Möglichkeit, die Bearbeitungszeit schätzen zu lassen. Dafür müssen zwei Themen ausgewählt werden: für was man sich bewerben möchte (Temporary Residence) und für welche Art der Aufenthaltsgenehmigung (IEC). Die Bearbeitung dauert aber auf jeden Fall mehrere Wochen. Plane also genügend Zeit ein!

Was kostet ein Visum für Kanada?

Bewirbst du dich für das „International Experience Canada“-Programm, setzen sich die Kosten für das Visum aus zwei Faktoren zusammen: der Teilnahmegebühr und den Kosten für die sogenannte Open Work Permit – die offene Arbeitserlaubnis. Die Teilnahmegebühr für das IEC-Programm beläuft sich auf 150 CAD, die Open Work Permit kostet 100 CAD.

  • Working-Holiday-Visum: Die Working-Holiday-Visum-Kosten für Kanada betragen insgesamt 250 CAD (rund 170 Euro) – 150 kanadische Dollar für das IEC-Programm und 100 CAD für die Arbeitserlaubnis.

  • Internship Visum: Beim Internship Visum übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die Arbeitserlaubnis. Du musst lediglich die Programmgebühr in Höhe von 150 CAD bezahlen. Das sind knapp 100 Euro.

  • Young Professional Visum: Das Young Professional Visum kostet ebenfalls 150 kanadische Dollar. Auch hier kommen nur die Teilnahmegebühren für das IEC-Programm auf dich zu.

Zusatzkosten: Zu den allgemeinen Kosten für die Kanada-Visa kommen noch rund 85 CAD (ca. 60 Euro) für die Erfassung der biometrischen Daten hinzu.

Wo kann ich in Kanada ein Praktikum machen?

Bemalte Wand mit Kanada Fahne vor der ein Fahrrad lehnt

Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde, hat aber vergleichsweise wenig Einwohner. Die rund 37 Millionen Kanadier verteilen sich auf eine Fläche, die 28-mal so groß ist wie Deutschland. Der Großteil der Einwohner lebt aber in einer der großen Metropolen des Landes. Ob in den französisch geprägten Städten wie Quebec und Montreal oder in den überwiegend englischsprachigen Großstädten wie zum Beispiel Vancouver, Calgary, Toronto oder in der Hauptstadt Ottawa: In Kanada gibt es viele Möglichkeiten für ein Auslandspraktikum.

Die wichtigsten Wirtschaftssektoren sind die Rohstoffgewinnung, der Energiesektor, die Landwirtschaft, die verarbeitende Industrie sowie der Dienstleistungssektor. Letzterer beschäftigt rund drei Viertel aller Kanadier.

Die Top-5-Branchen für ein Auslandspraktikum in Kanada

  • Groß- und Einzelhandel
  • Finanzwesen
  • Gesundheitswesen
  • Informationstechnik
  • Tourismus

Sieben der zehn größten Unternehmen Kanadas sind in der Finanzbranche tätig – der Großteil davon hat seinen Unternehmenssitz in Toronto, das die Finanz- und Wirtschaftshauptstadt des Landes ist. Dementsprechend gut sind die Chancen, in diesem Bereich ein Praktikum in Toronto zu finden. Aber auch die anderen Städte haben viel zu bieten.

Wie finde ich ein Praktikum in Kanada?

Bei der Suche nach einem Praktikum in Kanada hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder du durchstöberst MeinPraktikum.de und nimmst dein Glück selbst in die Hand oder du wendest dich an eine der zahlreichen Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Praktikumsstellen in Kanada spezialisiert haben. Jede Variante bietet individuelle Vorteile:

Praktikum in Kanada selbst organisieren

  • Vorteil: Recherchierst du selbst nach Praktika in Kanada, genießt du maximale Freiheit. Du kannst Branche, Unternehmen und Ort frei wählen und bist an keine Vorgaben gebunden. Außerdem kostet die Suche keinen einzigen Cent.

  • Nachteil: Die Suche nach einem passenden Praktikum kann sehr zeitintensiv sein.

Agentur beauftragen

  • Vorteil: Die Vermittlungsagenturen verfügen meist über ein breites Netzwerk an Kooperationspartnern in Kanada. Die Chance, ein Praktikum zu finden, ist also sehr hoch. Außerdem greifen dir die meisten Agenturen bei der Beantragung des Kanada-Visums unter die Arme.

  • Nachteil: Die Vermittlung von Praktika ist nicht gerade billig. Viele Agenturen nehmen mehrere Hundert Euro für ihre Dienstleistung. Zudem bist du bei der Auswahl des Praktikums meist eingeschränkt, da du eben nur die Praktika zur Auswahl hast, die dir von der Agentur angeboten werden.

Welche Variante schlussendlich die bessere für dich ist, musst du selbst entscheiden. Möchtest du Geld sparen und keine Einschränkung bei der Wahl des Praktikums hinnehmen, ist es besser, selbst ein Praktikum zu suchen. Gehst du gern auf Nummer sicher und möchtest Zeit sparen, ist die Beauftragung einer Vermittlungsagentur der richtige Weg

Bewerbung um ein Praktikum in Kanada

Junger Mann sitzt an MacBook und schreibt eine Bewerbung

Hast du eine konkrete Praktikumsstelle ins Auge gefasst, musst du dich natürlich dafür bewerben. Deine deutschen Bewerbungsunterlagen kannst du dabei als grobe Vorlage nehmen – die reine Übersetzung der Bewerbung ins Englische oder Französische reicht aber nicht aus. Zwischen einer deutschen und kanadischen Bewerbung gibt es nämlich Unterschiede.

Worauf muss ich bei der Bewerbung für ein Praktikum in Kanada achten?

Die Bewerbung besteht ganz klassisch aus Anschreiben (cover letter) und Lebenslauf (resume). Aber schon bei den Anlagen gibt es große Unterschiede:

  • Sprache: Je nach Provinz wird in Kanada französisch oder englisch gesprochen. Deine Bewerbung solltest du natürlich in der passenden Sprache einreichen. Welche Sprache beim Unternehmen gesprochen wird, ergibt sich in der Regel schon aus der Stellenausschreibung.

  • Kein Foto: Die größte Stolperfalle bei kanadischen Bewerbungsunterlagen ist das Bewerbungsfoto. Darauf wird nämlich im Rahmen der Gleichstellung verzichtet. Ebenso auf persönliche Angaben zu Alter und der Religionszugehörigkeit.

  • Keine Anhänge: Kanadische Bewerbungsunterlagen umfassen keine Anhänge in Form von Zeugnissen oder Praktikumsbescheinigungen. Es werden lediglich sogenannte Letters of Recommendation (Empfehlungsschreiben) beigefügt. Das sind kurze Schreiben, in denen die Kontaktdaten des ehemaligen Arbeitgebers aufgeführt sind. Bei Interesse kann dieser dann vom Unternehmen kontaktiert werden.

Kurztipps für Bewerbungen in Kanada

  • Datum: DieKanadier verwenden bei der Datumsangabe die amerikanische Schreibweise – Monat/Tag/Jahr (MM/TT/YYYY).

  • Ansprechpartner: Finde heraus, bei wem deine Bewerbung landet und richte dein Anschreiben an diese Person.

  • Vorwahl: Denk daran, deine Telefonnummer mit der deutschen Vorwahl +49 anzugeben.

Was kostet ein Auslandspraktikum in Kanada?

Flug, Visum, Versicherung: Ein Auslandspraktikum ist mit vielen verschiedenen Kostenfaktoren verbunden. Auch der Lebensunterhalt muss bezahlt werden. Das Praktikumsgehalt reicht dafür in den seltensten Fällen aus – sofern das Praktikum in Kanada überhaupt bezahlt ist. Deshalb ist es wichtig, sich vorab ausführlich mit den Kosten auseinanderzusetzen.

  • Kanada Praktikum Visum: Je nachdem, welches Visum du für dein Auslandspraktikum in Kanada benötigst, musst du mit unterschiedlichen Kosten rechnen. Das Working-Holiday-Visum kostet insgesamt 170 Euro. Für die beiden anderen Visa musst du knapp 100 Euro einplanen. Dazu kommen noch rund 60 Euro Servicegebühr für die Aufnahme der biometrischen Daten.

  • Vermittlungsorganisation: Hast du eine Vermittlungsagentur mit der Suche nach einem Praktikumsplatz in Kanada beauftragt, kommen hier weitere Kosten auf dich zu. Viele Agenturen lassen sich ihre Dienste gut bezahlen. Von mehreren Hundert Euro bis zu 1000 Euro kann alles dabei sein. Hol dir am besten verschiedene Angebote ein.

  • Flüge: Die Flugpreise nach Kanada variieren stark. Je nach Saison, Start- und Landeflughafen kann es zu erheblichen Preisunterschieden kommen. Auch hier lohnt es sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Für den Flug solltest du etwa 500 Euro einkalkulieren. Es kann aber auch deutlich teurer werden.

  • Versicherung: Auslandskrankenversicherungen für Kanada gibt es schon ab knapp einem Euro pro Tag. Je nachdem, was du bei deinem Kanada-Aufenthalt vorhast, können auch Zusatzversicherungen sinnvoll sein.

  • Lebensunterhalt: Die Kosten für Unterkunft, Lebensmittel und Freizeitgestaltung hängen natürlich stark von deinem individuellen Lebensstandard ab. Auch die Lage der Unterkunft spielt eine große Rolle – in den Großstädten und an der Küste sind die Lebenshaltungskosten deutlich höher. Deshalb solltest du etwa 750 Euro pro Monat einplanen.

Frau hält zwei 20-CAD-Scheine in der Hand

Um dir den Traum vom Auslandspraktikum in Kanada erfüllen zu können, solltest du dir ein finanzielles Polster von mehreren Tausend Euro schaffen. Vor allem wegen des Visums: Dafür musst du nämlich mindestens 1750 Euro vorweisen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Ein Praktikum in Kanada ist zwar mit einigen Kosten verbunden, jedoch gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten zur Finanzierung.

  • Auslands-BAföG: BAföG gibt es nicht nur fürs Studium, sondern unter Umständen auch für Auslandsaufenthalte. Wichtig ist, dass das Praktikum zu deinem Studium oder deiner Ausbildung passt und von der Praktikumsstelle anerkannt wird. Außerdem muss das Praktikum mindestens drei Monate dauern. Alle relevanten Infos erhältst du beim Studentenwerk Thüringen in Jena, das für das Auslands-BAföG für Kanada zuständig ist. Denk auch daran, den Antrag frühzeitig zu stellen – mindestens sechs Monate vor Reiseantritt.

  • Stipendium: Es gibt verschiedene Organisationen, die dich bei deinem Auslandspraktikum finanziell unterstützen können. So zum Beispiel der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Google einfach nach „DAAD Kanada“.

  • Bildungskredit: Neben Auslands-BAföG und Stipendium gibt es noch eine weitere Möglichkeit für finanzielle Unterstützung – den Bildungskredit. Den kannst du ganz einfach online beim Bundesverwaltungsamt beantragen. Auch hierfür muss das Praktikum wieder einen Bezug zum Studium oder zur Ausbildung haben. Erfüllst du alle Voraussetzungen, kannst du bis zu 300 Euro pro Monat erhalten. Den Kredit zahlst du dann nach deinem Praktikum ganz normal in kleinen Raten ab.

Junger Mann sitzt in Banff in Kanada auf Felsen und blickt auf einen See mit Bergpanorama im Hintergrund

4 Tipps für dein Praktikum in Kanada

  • Internationale Ausweise: Bleibst du länger als drei Monate in Kanada, brauchst du einen kanadischen Führerschein, um Autofahren zu dürfen. Besorg dir deshalb am besten einen internationalen Führerschein. Den kannst du in Deutschland für nur 15 Euro beantragen. Auch beim Studentenausweis empfiehlt sich die internationale Variante. Dann kannst du in Kanada von allen Studentenrabatten profitieren.

  • Kreditkarte: Im Gegensatz zu Deutschland, wo hauptsächlich die EC-Karte für bargeldloses Bezahlen genutzt wird, liegt in Kanada die Kreditkarte vorn. Eine Kreditkarte ist enorm wichtig, da EC-Karten nicht überall akzeptiert werden. Achte dabei genau auf die Konditionen der Bank. Manche bieten weltweit kostenloses Geldabheben und Bezahlen an, bei anderen werden Gebühren fällig. Im Internet gibt es jede Menge Vergleichsportale, die dir helfen, die beste Kreditkarte für dich zu finden.

  • Steckdosen: Wer schon mal in Nordamerika war, kennt die Problematik mit den Steckdosen. In Kanada und den USA unterschieden sich diese nämlich von den deutschen Steckdosen. Pack also unbedingt einen Steckdosenadapter ein.

  • Versicherung: Krankenhausaufenthalte und medizinische Behandlungen können in Kanada sehr teuer werden. Deshalb ist es auf jeden Fall ratsam, frühzeitig eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Daran führt allerdings auch kein Weg vorbei, denn diese ist Grundvoraussetzung für die Erteilung des Visums.

Alternativen zum Auslandspraktikum in Kanada

Kanada ist ein tolles Land für ein Auslandspraktikum. Aber es gibt auch viele andere Länder, die sich für ein Praktikum im Ausland anbieten. So zum Beispiel der direkte Nachbar USA, Neuseeland oder Australien. Auch dort kannst du internationale Berufserfahrung sammeln und deine Englischkenntnisse vertiefen.