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Versicherung im Praktikum

Alles zur Krankenversicherung und Sozialversicherung als Praktikant

Früher oder später muss sich jeder mit dem Thema Krankenversicherung auseinandersetzen. In Deutschland gibt es nämlich eine Krankenversicherungspflicht.

Die Krankenversicherung ist ein Teil der sogenannten Sozialversicherung, in die jeder normale Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin einzahlt. Zur Sozialversicherung gehören außerdem noch: Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung.

Ob du dich während deines Praktikums selbst bei einer Krankenkasse versichern musst und verpflichtet bist, Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wir sagen dir, in welchem Fall du dich selbst um eine Versicherung kümmern und mit welchen Sozialabgaben du rechnen musst.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Es ist Pflicht, krankenversichert zu sein.
  • Bis du 25 bist, kannst du kostenfrei über deine Eltern mitversichert bleiben.
  • Welche Beiträge zur Sozialversicherung du zahlen musst, hängt von der Art deines Praktikums ab.
  • Wenn du im Praktikum mehr als 450 Euro verdienst, werden die Krankenversicherungsbeiträge direkt von deinem Gehalt abgezogen.

Schülerpraktikum Versicherung: Muss ich mich als Schüler selbst krankenversichern?

Die meisten machen bereits als Schüler oder Schülerinnen ihr erstes Praktikum. Aber keine Sorge: In deiner Schulzeit musst du dir noch keine Gedanken über das Thema Krankenversicherung machen. Bis zu deinem 25. Geburtstag hast du Anspruch auf Familienversicherung und bist über die gesetzliche Krankenversicherung deiner Eltern oder Erziehungsberechtigten mitversichert.

Wenn deine Eltern privat versichert sind, gilt die Familienversicherung für dich nicht. In diesem Fall solltest du aber ohnehin schon selbst bei der privaten Krankenversicherung deiner Eltern versichert sein. Sprich sie einfach mal darauf an.

Praktikum Krankenversicherung: Wann muss ich mich als Praktikant selbst versichern?

Allgemein gilt: Du musst als Praktikant oder Praktikantin krankenversichert sein. Das geht entweder über die Familienversicherung (wenn du Anspruch darauf hast) oder indem du selbst eine Krankenversicherung abschließt.

Familienversicherung

Als Familienversicherung wird die kostenfreie Mitversicherung von Familienangehörigen (z. B. Kindern oder Lebenspartern) in der gesetzlichen Krankenversicherung bezeichnet. Damit du Anspruch darauf hast, musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Über die gesetzliche Krankenversicherung deiner Eltern oder Erziehungsberechtigten kannst du mitversichert bleiben, solange du…

  • … noch nicht 25 Jahre alt bist.
  • … im Monat weniger als 470 Euro verdienst (Stand: Juli 2021). Achtung: Hier zählt nicht nur dein Praktikumsgehalt, sondern die Einkünfte aus all deinen Jobs!

Wenn du nicht über deine Eltern, sondern über deinen Ehe- oder Lebenspartner familienversichert bist, endet dein Anspruch übrigens nicht mit deinem 25. Geburtstag. Die Einkommensgrenze von 470 Euro gilt aber auch in diesem Fall.

Verlängerung der Familienversicherung

Wenn du Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst geleistet hast, kannst du auch über deinen 25. Geburtstag hinaus familienversichert bleiben. Und zwar so lange, wie dein Dienst gedauert hat. Beispiel: Du hast zwölf Monate Bundesfreiwilligendienst geleistet, also hast du zwölf Monate länger Anspruch auf Familienversicherung.

Krankenversicherung im Praktikum: Wer zahlt die monatlichen Beiträge?

Wenn du in deinem Praktikum mehr als 450 Euro im Monat verdienst, übst du eine sogenannte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus und bist über deinen Arbeitgeber pflichtversichert. Das heißt: Deine Beiträge zur Sozialversicherung werden direkt von deinem Gehalt abgezogen. Verdienst du im Praktikum aber weniger als 450 Euro oder überhaupt nichts, musst du die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung selbst an deine Krankenkasse überweisen.

Versicherungsbeiträge überweisen

Freiwilliges Praktikum Versicherung: Welche Sozialversicherungsbeiträge muss ich zahlen?

Ein freiwilliges Praktikum ist jedes Praktikum, das nicht in deiner Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschrieben ist. Welche Beiträge zur Sozialversicherung du in einem freiwilligen Praktikum leisten musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Übersicht: Welche Sozialversicherungsbeiträge du in deinem freiwilligen Praktikum zahlen musst

  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium ohne Entgelt: Wenn du als Praktikant oder Praktikantin keinen Anspruch auf Familienversicherung hast, musst du deine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen. Von den anderen Sozialversicherungsbeträgen bist du befreit.
  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium mit einer Dauer von höchstens drei Monaten und einem Verdienst von höchstens 450 Euro: Ohne Familienversicherung musst du deine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen. Da dein Praktikum als kurzfristige Beschäftigung gilt, bist du von den anderen Sozialversicherungsbeiträgen befreit.
  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium mit Entgelt bis 450 Euro: Ohne Familienversicherung musst du deine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen. Darüber hinaus giltst du als geringfügig Beschäftigter. Das heißt, dein Arbeitgeber zahlt für dich Pauschalbeträge zur Sozialversicherung. Von deinem Bruttolohn gehen lediglich 3,6 Prozent für die Rentenversicherung ab.

Befreiung von der Rentenversicherung

Als geringfügig Beschäftigter kannst du dich von der Rentenversicherung befreien lassen. Dafür musst du einen schriftlichen Antrag bei deinem Arbeitgeber einreichen.

  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium mit einem Verdienst zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro: Du giltst als sogenannter Midijobber und musst Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Den größten Teil übernimmt aber dein Arbeitgeber. Wie viel von deinem Gehalt abgezogen wird, hängt von deinem tatsächlichen Verdienst ab. Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden direkt von deinem Gehalt abgezogen.
  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium mit einem Verdienst von mehr als 1.300 Euro: Du giltst als normaler Arbeitnehmer und musst die vollen Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gehen direkt von deinem Gehalt ab.
  • Freiwilliges Praktikum während des Studiums ohne Entgelt: Wenn du keinen Anspruch auf Familienversicherung hast, musst du deine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen. Von den anderen Sozialversicherungsbeiträgen bist du befreit.
  • Freiwilliges Praktikum während des Studiums mit einer Dauer von höchstens drei Monaten und einem Verdienst von höchstens 450 Euro: Als kurzfristig Beschäftigter bist du von den Sozialversicherungsbeiträgen befreit. Ohne Familienversicherung musst du die Krankenkassenbeiträge selbst zahlen.
  • Freiwilliges Praktikum während des Studiums mit Entgelt bis 450 Euro: Ohne Familienversicherung musst du deine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen. Dein Arbeitgeber zahlt für dich aber Pauschalbeträge zur Sozialversicherung. Von deinem Bruttolohn gehen nur 3,6 Prozent für die Rentenversicherung ab.
  • Freiwilliges Praktikum während des Studiums mit einem Verdienst von mehr als 450 Euro: Du bist grundsätzlich verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Allerdings kannst du vom sogenannten Werkstudentenprivileg profitieren. Dadurch bist du zu großen Teilen von der Sozialversicherung befreit. Die Beiträge zur Krankenversicherung werden von deinem Gehalt abgezogen.

Welche Bedingungen du für das Werkstudentenprivileg erfüllen musst, sagen wir dir in unserem Werkstudenten-Ratgeber:

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Versicherung im Pflichtpraktikum: Welche Sozialversicherungsbeiträge muss ich zahlen?

Als Pflichtpraktikum gilt ein Praktikum, wenn es in deiner Schul-, Studien- oder Ausbildungsordnung vorgeschrieben ist. Meistens findet so ein Praktikum im Laufe deiner Ausbildung oder Studienzeit statt, es gibt aber auch Ausnahmen: In manchen Studienordnungen ist vorgeschrieben, dass du ein sogenanntes Vorpraktikum absolvieren musst, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden. Und manchmal wird auch ein Nachpraktikum verlangt, dass du nach deinem Abschluss noch machen musst.

Der große Unterschied: Bei einem Vor- oder einem Nachpraktikum bist du kein eingeschriebener Student. Und das ist entscheidend bei der Frage, ob du Sozialversicherungsbeiträge zahlen musst oder nicht.

Übersicht: Welche Sozialversicherungsbeiträge du in deinem Pflichtpraktikum zahlen musst

  • Vorgeschriebenes Vorpraktikum oder Nachpraktikum ohne Vergütung: Wenn du keinen Anspruch auf Familienversicherung hast, musst du die Beiträge zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung selbst zahlen. Dein Arbeitgeber übernimmt die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung.
  • Vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum mit Entgelt von höchstens 325 Euro: Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung musst du selbst zahlen, wenn du keinen Anspruch auf Familienversicherung hast. Dein Arbeitgeber übernimmt aufgrund der sogenannten „Geringverdienergrenze für Auszubildende“ die restlichen Sozialversicherungsbeiträge.
  • Vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum mit Entgelt zwischen 325,01 Euro und 450 Euro: Ohne Familienversicherungsanspruch zahlst du die Beiträge zur Krankenkasse selbst, die Sozialversicherungsbeiträge teilst du dir mit deinem Arbeitgeber.
  • Pflichtpraktikum während des Studiums: Wenn du keinen Anspruch auf Familienversicherung hast, zahlst du die Beiträge zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung selbst. Von den anderen Sozialversicherungsbeiträgen bist du befreit. Ob und wie viel du im Praktikum verdienst, ist hierbei egal.

Krankenversicherung im Praktikum: Was kostet die Versicherung im Monat?

Wenn du als Praktikant oder Praktikantin Anspruch auf Familienversicherung hast, ist das natürlich der Jackpot: Du musst dich um nichts kümmern und nichts zahlen. Das ändert sich aber schlagartig, wenn du 25 wirst oder mehr als 470 Euro im Monat verdienst. In der Regel musst du als Student oder Studentin aber zumindest noch nicht die vollen Krankenkassenbeiträge zahlen – dafür sorgt die gesetzliche Krankenversicherung der Studenten (KVdS).

Studentische Krankenversicherung als Praktikant: Wann habe ich Anspruch darauf?

Anspruch auf die Krankenversicherung der Studenten hast du, wenn du an einer deutschen Hochschule eingeschrieben und noch nicht 30 Jahre alt bist. Mit deinem 30. Geburtstag endet der Anspruch leider – auch, wenn du weiterhin studierst.

Für die studentische Krankenversicherung kannst du dich einfach bei einer gesetzlichen Krankenkasse deiner Wahl versichern. Die Kosten sind überall gleich: Für die Krankenversicherung zahlen Studierende monatlich rund 90 Euro, dazu kommen ca. 25 Euro für die Pflegeversicherung.

Gesetzliche Krankenversicherung als Praktikant: Wann muss ich die vollen Beiträge zahlen?

Du musst als Praktikant oder Praktikantin die vollen Krankenkassenbeiträge zahlen, wenn du …

  • … studierst und 30 Jahre oder älter bist.
  • … 25 Jahre oder älter und nicht an einer Uni eingeschrieben bist.
  • … mehr als 470 Euro monatlich verdienst und nicht an einer Uni eingeschrieben bist.

Die Höhe deines monatlichen Versicherungsbeitrags richtet sich nach deinem Einkommen und ist von Krankenkasse zu Krankenkasse leicht unterschiedlich.

Krankenkassen-Beitragsrechner

Wie viel du monatlich für deine Krankenversicherung zahlen musst, kannst du mit einem Beitragsrechner ganz leicht herausfinden. Such dafür bei Google einfach nach „Krankenkasse Beitragsrechner“.

Beiträge ausrechnen

Private Krankenversicherung im Praktikum: Kann sich das lohnen?

Anstatt dich bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu registrieren, kannst du dich natürlich auch über private Krankenversicherung versichern. Als Privatversicherter hast du gegenüber gesetzlich Versicherten viele Vorteile: Zum Beispiel kürzere Wartezeiten auf Facharzttermine oder Einzelzimmer und Chefarzt-Behandlung im Krankenhaus.

Ob sich das für dich lohnt und vor allem, ob du es dir leisten kannst, musst du selbst entscheiden – private Krankenkassen sind in der Regel nämlich deutlich teurer als gesetzliche Versicherungen. Die Beitragshöhen unterscheiden sich dabei von Krankenkasse zu Krankenkasse.

Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht

Wenn du dich für eine private Krankenversicherung entscheidest, musst du dich zunächst von deiner Versicherungspflicht befreien lassen. Das machst du mit einem schriftlichen Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse, den du bis spätestens drei Monate nach deiner Immatrikulation einreichen musst.

Aber Achtung: Wenn du dich einmal von der Versicherungspflicht hast befreien lassen, kannst du erst nach deinem Studienabschluss wieder zu einer gesetzlichen Krankenkasse wechseln!

Praktikum im Ausland Versicherung: Welche Krankenversicherung brauche ich für ein Auslandspraktikum?

Wenn du ein Praktikum im Ausland machen willst, reicht eine deutsche Krankenversicherung oft nicht. Mit einer gesetzlichen Versicherung besteht innerhalb der Europäischen Union zwar eine Grundsicherung, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung ist aber auch bei einem Praktikum in einem EU-Land nur zu empfehlen. Außerhalb der EU musst du auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Es gibt viele spezielle Auslandsversicherungen für Studenten und junge Leute, mit denen sie während ihres Auslandsaufenthaltes krankenversichert sind. Wie viel dich so eine Auslandskrankenversicherung kostet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Wo machst du dein Auslandspraktikum? Wie lang ist dein Aufenthalt in dem Land? Wie alt bist du? Bist du Student oder Studentin? Welche Leistungen soll die Versicherung abdecken?

Vor einem Praktikum im Ausland solltest du dich daher genau informieren, welche Versicherung die beste für deine Bedürfnisse ist. Frag dafür doch einfach mal bei deiner Krankenkasse bzw. der Krankenkasse deiner Eltern nach, welche Angebote es dort gibt.

Diese Leistungen sollte deine Auslandskrankenversicherung auf jeden Fall abdecken:

  • Versicherungsschutz für Arbeitsunfälle während deines Auslandspraktikums
  • Behandlungskosten bei einem Arzt oder im Krankenhaus
  • Rücktransport ins Heimatland bei Notfällen
  • Gepäckrückholung

Erasmus-Praktikum Versicherung: Brauche ich im Erasmus-Programm eine Auslandskrankenversicherung?

Ja, auch wenn du über das Erasmus-Programm ein Auslandspraktikum machst, musst du dich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. „Die Teilnahme am Erasmus-Programm beinhaltet keinerlei Versicherungsschutz“, heißt es auf der Erasmus-Webseite.

Bist du auf der Suche nach einem Praktikum im Ausland oder willst du dich über Auslandspraktika informieren? In unserem ausführlichen Ratgeber findest du alle Informationen, die du benötigst.