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Werkstudent Steuern

So viel kosten dich Steuern & Sozialversicherung als Werkstudent

Du giltst als Werkstudent, wenn du an einer deutschen Hochschule eingeschrieben bist und neben deinem Studium bis zu 20 Stunden pro Woche (unter bestimmten Umständen auch mehr) in einem Unternehmen arbeitest. Oft haben Werkstudentenjobs einen fachlichen Bezug zum Studienfach – ein Muss ist das allerdings nicht.

Der ganz große Vorteil eines Werkstudentenjobs gegenüber einem Praktikum: Du sammelst nicht nur Berufserfahrung, sondern bekommst auch ein vernünftiges Gehalt. Aber wie du vermutlich weißt, darf man nicht sein gesamtes Brutto-Einkommen behalten, ein Teil wird für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Und das gilt leider auch für Werkstudenten.

Auf dieser Seite sagen wir dir, welche Steuern und Sozialversicherungsbeiträge du als Werkstudent oder Werkstudentin zahlen musst und wie viel dir danach von deinem Monatsgehalt noch bleibt!

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Werkstudent musst du Steuern zahlen.
  • Durch das Werkstudentenprivileg bist du zu einem großen Teil von den Beiträgen zur Sozialversicherung befreit.
  • Mit einem Brutto-Netto-Rechner kannst du ausrechnen, wie viel Gehalt du am Ende des Monats tatsächlich bekommst.
  • Auch als Werkstudent kann sich eine Steuererklärung lohnen.

Muss ich als Werkstudent in die Sozialversicherung einzahlen?

Einer der großen Vorzüge eines Werkstudentenjobs ist das Werkstudentenprivileg. Das besagt, dass du zu großen Teilen von den Beiträgen zur Sozialversicherung (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung) befreit bist. Anders als normale Arbeitnehmer, musst du von deinem monatlichen Verdienst keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abführen, außerdem entfallen zusätzliche Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Achtung! Das bedeutet nicht, dass du als Werkstudent nicht krankenversichert sein musst. Alle Fragen zum Thema Krankenversicherung als Werkstudent beantworten wir dir hier:

Werkstudent Steuern: Welche muss ich als Werkstudent zahlen?

Als Studierender bist du vor dem Gesetz ein ganz normaler Arbeitnehmer. Das heißt: Du musst Steuern zahlen. Dank dem Werkstudentenprivileg bist du aber immerhin weitestgehend von der Sozialversicherung befreit. Die ebenfalls zur Sozialversicherung gehörenden Beiträge zur Rentenversicherung werden jedoch trotz Werkstudentenprivileg fällig, außerdem musst du als Werkstudent noch Lohnsteuer und ggf. Kirchensteuer zahlen.

Rentenversicherung als Werkstudent

Der allgemeine Beitragssatz der Rentenversicherung beträgt aktuell (Stand: November 2021) 18,6 % des Bruttolohns und wird zu gleichen Teilen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Je nach Gehalt kann es jedoch auch sein, dass du weniger zahlen musst:

  • Minijob (bis 450 Euro): Wenn du nicht mehr als 450 Euro pro Monat in deinem Job als Werkstudent verdienst, zahlt dein Arbeitgeber einen Pauschalbetrag von 15 % deines Bruttolohns. Du trägst lediglich die 3,6 % Differenz. Bei deinem Arbeitgeber kannst du jedoch auch einen schriftlichen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherung stellen.
  • Midijob (450,01 Euro–1.300 Euro): Bei einem sogenannten Midijob hängt der Beitrag zur Rentenversicherung vom tatsächlichen Einkommen ab. Der Beitragssatz beginnt hier bei 4 % und steigt mit dem Gehalt auf bis zu 9,3 % an.

Lohnsteuer als Werkstudent

Ob du als Werkstudent Lohnsteuer zahlen musst, hängt ebenfalls von deinem tatsächlichen Gehalt ab. Verdienst du in einem Jahr mehr als den sogenannten Grundfreibetrag von derzeit 9.744 Euro netto, bist du lohnsteuerpflichtig. Das entspricht in etwa einem monatlichen Brutto-Gehalt von 1.100 Euro – eine Bezahlung, die nur die wenigsten Werkstudenten für ihren Job erhalten.

Solltest du den Grundfreibetrag überschreiten, musst du jedoch nicht dein gesamtes Einkommen versteuern, sondern lediglich das, was die 9.744 Euro übersteigt. Bist du aufgrund deines Gehaltes verpflichtet, Lohnsteuer zu zahlen, führt dein Arbeitgeber sie direkt an das Finanzamt ab.

Lohnsteuerrechner

Wenn du wissen willst, ob und wenn ja, wie viel Lohnsteuer du als Werkstudent zahlen musst, nutze am besten den Lohn- und Einkommenssteuerrechner des Bundesministeriums für Finanzen (BMF). Google dafür einfach nach „Lohnsteuerrechner BMF“, füttere den Rechner mit deinen Daten und lass dir anzeigen, ob und wie viel Lohnsteuer du entrichten musst.

Kirchensteuer als Werkstudent

Wenn du der katholischen oder evangelischen Kirche angehörst, musst du Kirchensteuer zahlen. Wie viel, hängt von deiner Lohnsteuer ab – die Kirchensteuer beträgt 8–9 % der Lohnsteuer. Zahlst du monatlich zehn Euro Lohnsteuer, beträgt deine Kirchensteuer demnach ca. 0,80 bis 0,90 Euro. Bist du konfessionslos oder nicht lohnsteuerpflichtig, zahlst du auch keine Kirchensteuer.

Werkstudent Steuern: Was bleibt am Ende des Monats übrig?

Eine kleines Rechenbeispiel: Du bekommst einen Stundenlohn von 9,60 Euro und reizt das Limit von 20 Wochenstunden komplett aus, arbeitest also 80 Stunden im Monat. 80 * 9,60 Euro = 778 Euro. Da du in diesem Fall mehr als 450 Euro, aber weniger als 1.300 Euro verdienst, wird ein Teil deines Gehaltes für die Rentenversicherung abgezogen. Bei 778 Euro sind das ungefähr 7,5 %. Damit würden am Ende des Monats ca. 700 Euro auf deinem Konto landen.

Willst du ganz genau wissen, wie viel Geld dir am Ende des Monats bleibt? Dafür gibt es sogenannte Brutto-Netto-Rechner.

Brutto-Netto-Rechner

Wenn du bei Google „Brutto-Netto-Rechner Werkstudent“ eingibst, findest du problemlos diverse Rechner. Damit kannst du genau berechnen, was am Ende des Monats auf deinem Konto landet. Fülle dafür einfach die erforderlichen Felder (z. B. Alter, Steuerklasse und Bruttoeinkommen) aus und klicke auf „berechnen“.

Steuererklärung als Werkstudent: Lohnt es sich?

Beim Thema Steuererklärung denken sich wohl die meisten Studierenden: „Ach, damit brauche ich mich doch jetzt noch nicht zu beschäftigen!“ In vielen Fällen ist das auch so, als Werkstudent kann dir eine Steuererklärung aber tatsächlich etwas bringen. Nämlich dann, wenn du im zurückliegenden Kalenderjahr Lohnsteuer gezahlt hast. In den meisten Fällen kannst du dir diese vom Finanzamt zurückholen – unter Umständen sogar die Kirchensteuer.

Du solltest bei deinen Gehaltsabrechnungen also unbedingt darauf achten, ob du Lohnsteuer abgeführt hast!

Weiterhin kann sich eine Steuererklärung für dich auch lohnen, da du einen großen Teil deiner Studienkosten von der Steuer absetzen kannst. Dazu zählen etwa:

  • Kosten für Lehrmaterialen wie z. B. Bücher
  • Kosten für die Fahrt zur Uni wie z. B. für dein ÖPNV-Ticket
  • Semestergebühren
  • Ausgaben für notwendige Ausstattung (z. B. Laptop)

Hast du weitere Fragen rund um das Thema Werkstudenten? Zum Beispiel, wie viele Urlaubstage dir als Werkstudent zustehen oder ob es eine Kündigungsfrist für deinen Werkstudentenvertrag gibt? Oder bist du auf der Suche nach einem Praktikum oder einem Werkstudentenjob?