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Werkstudent Gehalt

So viel kannst du verdienen ✓

Du kennst bestimmt das Sprichwort „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Es mag zwar alt und angestaubt klingen, stimmt aber in den allermeisten Fällen auch heute noch. Nur die wenigsten Studierenden können sich eine große Wohnung, ein teures Auto oder regelmäßige Luxusurlaube leisten. Und das ist auch okay so. Ganz ohne Geld geht es aber natürlich auch nicht, weswegen viele Studentinnen und Studenten neben ihrem Studium noch arbeiten gehen.

Wenn du aber nicht einfach kellnern gehen, sondern deinen Job am liebsten mit deinem Studienfach verbinden willst, solltest du die Augen nach einem Job als Werkstudent offenhalten. Praktisch: Meist kann man dort auch mehr verdienen als in normalen Nebenjobs.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Werkstudent darfst du in der Regel maximal 20 Stunden wöchentlich arbeiten.
  • Auch Werkstudenten haben Anspruch auf den Mindestlohn.
  • Wie viel Steuern du zahlen musst, hängt von deinem Gehalt ab.
  • Auch als Werkstudent kann es sich lohnen, eine Steuererklärung zu machen.

Was ist ein Werkstudent?

Als Werkstudenten bzw. Werkstudentinnen werden Studierende bezeichnet, die an einer Universität eingeschrieben sind und neben ihrem Studium bis zu 20 Stunden pro Woche (in der vorlesungsfreien Zeit auch bis zu 40 Stunden pro Woche) in einem Unternehmen arbeiten. Anders als bei einem normalen Nebenjob hat der Werkstudentenjob meist einen fachlichen Bezug zum Studium.

Willst du mehr darüber wissen, was genau ein Werkstudent ist und macht? Oder welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit du als Werkstudent arbeiten darfst?

Werkstudent Gehalt: Was kann ich als Werkstudent verdienen?

Viele Studentinnen und Studenten arbeiten in einem Minijob. „Mini“, weil man monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienen darf. Wenn dir das nicht reicht, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten (oder du einfach gern ein paar Scheine mehr in der Tasche haben möchtest), dann solltest du die Augen nach einem Job als Werkstudent offenhalten – dort kannst du nämlich schon deutlich mehr verdienen. Wie viel genau am Ende des Monats auf deinem Konto landet, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Da die meisten Werkstudenten aber nicht jeden Monat gleich viele Stunden arbeiten und daher nach Stunden bezahlt werden, gilt in der Regel: deine geleisteten Stunden * dein Stundenlohn = dein Brutto-Monatsgehalt.

Gehalt Werkstudent: Bekomme ich den Mindestlohn?

Natürlich hast du auch als Werkstudent Anspruch auf den Mindestlohn. Dieser liegt derzeit bei 9,82 Euro brutto pro Stunde (Stand: Januar 2022).

Mindestlohngesetz

Das Mindestlohngesetz (kurz: MiLoG) trat am 1. Januar 2015 in Kraft. Seitdem erhalten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland einen allgemeinen und flächendeckenden Mindestlohn. Ein Arbeitgeber darf seinen Arbeitnehmern also nicht weniger zahlen als diese Lohnuntergrenze vorschreibt.

Seit dem 1. Januar 2022 beträgt der Mindestlohn 9,82 Euro. Am 1. Juli 2022 soll er auf 10,45 Euro erhöht werden.

Werkstudent Gehalt: Wie viele Stunden darf ich überhaupt arbeiten?

Als Werkstudent bzw. -studentin darfst du während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden wöchentlich arbeiten. Durch diese Obergrenze soll sichergestellt werden, dass du trotz Nebenjob ausreichend Zeit für dein Studium hast. In den Semesterferien darfst du als Werkstudent deinen Job sogar in Vollzeit ausüben.

Beachte die Stundengrenze!

Aufgepasst: Du darfst die 20-Stunden-Grenze höchstens in 26 Wochen im Jahr überschreiten! Wenn du noch weitere Jobs parallel hast, werden die Stunden aller Jobs zusammengerechnet.

Arbeitszeit als Werkstudent

Ausnahmen gibt es für Werkstudenten, die hauptsächlich außerhalb der üblichen Vorlesungszeiten arbeiten – also abends, nachts oder am Wochenende. Wenn das auf dich zutrifft, darfst du die Stundengrenze unter Umständen überschreiten. Ob das auch tatsächlich so ist, solltest du aber am besten bei deiner Krankenversicherung erfragen. Diese entscheidet nämlich letztendlich über solche Ausnahmen bei Studentenjobs.

Solltest du die 20-Stunden-Grenze überschreiten, giltst du nicht mehr als Werkstudent. Damit profitierst du nicht länger vom sogenannten Werkstudentenprivileg!

Werkstudentenprivileg

Werkstudentenprivileg bedeutet, dass Werkstudenten weitestgehend von den Sozialabgaben befreit sind. Mit anderen Worten: Sie müssen keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gar keine Beiträge zur Arbeitsversicherung leisten. Da das Studium bei Werkstudenten aber immer die Hauptbeschäftigung sein soll, gibt es die 20-Stunden-Regel.

Gehalt Werkstudent: Was muss ich beim BAföG beachten?

Du bekommst BAföG, willst dir aber mit einem Job als Werkstudent trotzdem noch etwas dazuverdienen? Kein Problem! Unter Umständen musst du aber mit Abzügen rechnen.

Werkstudentenjobs werden beim Thema BAföG genauso behandelt wie normale Nebenjobs. Das heißt, dass du mit deinem Jahresgehalt eine bestimmte Grenze – den sogenannten Einkommens-Freibetrag – nicht überschreiten darfst, ohne mit Abzügen beim BAföG leben zu müssen. Diese Grenze liegt bei 5.400 Euro (Stand: Januar 2022) jährlich. Umgerechnet sind das 450 Euro im Monat. Dem Amt ist dabei allerdings total egal, ob du das Geld über das Jahr hinweg oder an einem einzigen Tag verdienst. Überschreitest du die Grenze nicht, erhältst du dein volles BAföG.

Wie viel wird von meinem BAföG abgezogen?

Verdienst du als Werkstudent oder Werkstudentin mehr als den Jahresfreibetrag von 5.400 Euro, werden deine Einkünfte mit deinem BAföG-Satz verrechnet. Auf wie viel du verzichten musst, hängt davon ab, wie viel du verdienst – dir wird nämlich die Differenz zwischen dem Freibetrag und deinen tatsächlichen Einkünften abgezogen.

Ein Rechenbeispiel: In deinem Job als Werkstudent bekommst du im Monat 550 Euro. Damit hast du in einem Jahr 6.600 Euro verdient. Das sind 1.200 Euro mehr als der Freibetrag erlaubt. Diese Summe wird nun über ein Jahr hinweg von deinem BAföG abgezogen. 1.200 Euro / 12 = 100 Euro.

Von deinem regulären BAföG-Satz werden dir also 100 Euro abgezogen.

BAföG-Rechner

Du willst ganz genau wissen, wie viel BAföG du trotz Nebenjob noch bekommst? Dann nutze am besten einen BAföG-Rechner – davon gibt es im Internet genug. Suche bei Google einfach nach „BAföG Rechner“.

Gehalt Werkstudent: Habe ich Anspruch auf Kindergeld?

Allgemein gilt, dass deine Eltern solange Kindergeld ausgezahlt bekommen, bis du 25 Jahre alt bist und du dich noch in deiner Erstausbildung befindest. Der Anspruch auf Kindergehalt bleibt auch bestehen, wenn du einen Job als Werkstudent ausübst.

2022 erhalten Eltern monatlich:

  • 219 Euro für das erste und zweite Kind
  • 225 Euro für das dritte Kind
  • 250 Euro ab dem vierten Kind

Aber Achtung: Damit der Anspruch deiner Eltern auf Kindergeld wirklich nicht erlischt, musst du die gesetzlichen Regeln für eine Werkstudenten-Tätigkeit beachten. Das heißt, dass du während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst, um noch genug Zeit für dein Studium zu haben. In den Semesterferien sind längere Arbeitszeiten bis zu 40 Wochenstunden erlaubt. Solltest du diese Grenzen überschreiten, entfällt die Zahlung des Kindergeldes.

Werkstudent Lohn: Muss ich als Werkstudent Steuern zahlen?

Als Werkstudent bist du in Deutschland leider nicht davon befreit, Steuern zu bezahlen. Auch wenn das Werkstudentenprivileg zumindest schon mal dafür sorgt, dass dir ein paar der Abgaben, die normale Arbeitnehmer leisten müssen, erlassen werden.

In unserem Ratgeber zum Thema Steuern als Werkstudent erklären wir dir, welche Steuern und welche Beiträge zur Sozialversicherung Werkstudenten leisten müssen. Außerdem erfährst du, wie viel Geld dir am Ende des Monats bleibt und ob sich sogar eine Steuererklärung lohnt.