Gehalt

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Mit dem Lebenslauf gibst du den Personalern einen Überblick über deine bisherige Ausbildung und deine Schwerpunkte.


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Die Praktikumsvergütung



Wer sich schnell ein paar Euro dazuverdienen möchte, sucht sich einen Nebenjob. Wer dagegen neben oder im Rahmen des Studiums Praxiserfahrung sammeln und seinen Lebenslauf aufwerten möchte, macht ein Praktikum. Das Problem an der Sache: Ein Praktikum wird häufig nicht bezahlt oder das Gehalt steht in keiner Relation zum Arbeitsaufwand. Dennoch, am Ende des Tages werden die, die Praktika absolviert haben, mit Erfolg belohnt – zumindest dann, wenn sie einen echten Einblick in die Unternehmenswelt und Arbeitspraxis bekommen haben.

Geht es um die Praktikumsvergütung, ist für Viele jedoch die Rechtslage nicht ganz klar und fragen sich daher:

„Gibt es ein Anrecht auf eine Praktikumsvergütung?“

Diese Frage lässt sich an dieser Stelle nicht mit einem eindeutigen „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

Offiziell gilt: Ein Praktikant ist aus rechtlicher Sicht kein Arbeitnehmer und hat damit kein Anrecht auf eine Vergütung. Dieser Grundsatz gilt immer für Pflichtpraktika im Rahmen der Schule oder des Studiums. Bei freiwilligen Praktika sieht die Welt jedoch ganz anders aus. Hier greift das Berufsbildungsgesetz, das normalerweise für Azubis gilt. Nach §26 haben Praktikanten, die ein freiwilliges Praktikum machen, das Recht auf eine Vergütung, die sich nach dem Ausbildungsgehalt richten soll. Kurz gesagt: bei einem freiwilligen Praktikum musst du auf keinen Fall auf eine angemessene Vergütung verzichten, denn der Anspruch darauf ist per Berufsbildungsgesetz gesichert.

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Der Clou:
Dass man als Praktikant bezeichnet wird, heißt aber nicht gleich, dass man rechtlich gesehen auch ein Praktikant ist!

Es lohnt sich ein genauer Blick in den Praktikumsvertrag. Aus rechtlicher Sicht muss die Einstellung als Praktikant erfolgen „um berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrungen zu erwerben, ohne dass es sich um eine Berufsausbildung im Sinne dieses Gesetzes handelt“.

Das heißt ein Praktikant ist genau genommen nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet. Ein klassischer Arbeitnehmer ist dem Weisungsrecht des Arbeitgebers unterlegen. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Arbeitgeber über die Arbeitszeit, den Ort, die Aufgabenstellungen, die Tätigkeiten und die Dauer bestimmt. Sobald ein Vertrag auf ein solches Weisungsrecht hinweist, ist man somit rechtlich gesehen kein Praktikant, sondern ein Arbeitnehmer und hat damit das Recht auch als solcher bezahlt zu werden.

Praktika, die wie ein normales Arbeitsverhältnis aufgebaut sind, gelten daher als „Scheinpraktika“.

Ein Praktikum ist kein Nebenjob

Wer somit einen Anspruch auf einen Praktikumsvergütung hat, sollte diesen auch geltend machen. Das Ziel des Praktikums – zu Lernen und Erfahrung zu sammeln, sollte bei einem Praktikum zwar immer im Vordergrund stehen, dennoch gilt, wer hart arbeitet, sollte zumindest eine angemessene Aufwandsentschädigung bekommen. Bei freiwilligen Praktika sind 300 Euro im Monat oder ein Stundenlohn von 7,50 € das Minimum das einem zusteht. Außerdem sollte darauf verzichtet werden das Praktikum zu den gleichen Konditionen zu verlängern. Ist ein Unternehmen mit der Arbeit zufrieden und möchte den Praktikanten auch weiterhin im Team haben, sollte ein passender Vertrag mit einer angemessenen Vergütung ausgehandelt werden.