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Welche Rechte habe ich als Praktikant?

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Vor dem Praktikum

Gibt es Regeln für Bewerbung und Vorstellungsgespräch? Was darf ich verschweigen oder wie sehr darf ich mit meiner Erfahrung übertreiben?
Im Bewerbungsgespräch darf der potentielle Praktikumsgeber nur Fragen stellen, die nicht den Schutz der Persönlichkeit des Praktikanten eingrenzen. Fragen zum bisherigen Schul- und Berufsweg sind auf jeden Fall erlaubt, z.B. zur Ausbildung oder Weiterbildung oder sonstigen mit der Tätigkeit im Zusammenhang stehenden Prüfungen. Auch Fragen zur Person selbst sind gestattet, sofern diese im direkten Bezug zum Praktikum stehen. Der Praktikant hat von sich aus unaufgefordert alle Umstände wahrheitsgemäß darzulegen, die für das zukünftige Praktikumsverhältnis von Bedeutung sind, z.B. eine Schwerbehinderteneigenschaft, wenn z. B. dadurch die Ausbildung und die Tätigkeit beim Praktikumsgeber unmöglich wird. Unzulässige Fragen, z.B. zum Intimleben, zu Hobbies oder zu Mitgliedschaften in einer Partei, einer Gewerkschaft bzw. einem Sportverein, braucht der Praktikant nicht zu beantworten. Hier darf der Praktikant sogar die Unwahrheit sagen, also konkret lügen.

Auch der Praktikant hat Informationsrechte im Bewerbungsgespräch. So ist es z.B. wichtig für ihn zu erfahren, ob der Praktikumsgeber überhaupt in der Lage ist, die zielgerichtete Ausbildung und eine darauf abgestellte Beschäftigung vollständig zu gewährleisten.

Welche rechtlichen Unterschiede gibt es zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika? Was sollte ich als Praktikant wissen?
Es gibt verpflichtende und freiwillige Praktika. Während der Schulzeit bzw. während des Studiums absolvieren junge Menschen verpflichtende Praktika, die von der Schule oder der Hochschule vorgeschrieben sind. Daneben existieren die freiwilligen Praktika, also das freiwillige zusätzliche Schülerpraktikum, das Vorpraktikum vor Studienbeginn, das freiwillige zusätzliche Studierendenpraktikum und das Nachpraktikum nach dem erfolgreichen Examen. Großer Unterschied zwischen dem verpflichtenden und dem freiwilligen Praktikum ist es nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts, dass auf verpflichtende Praktika weder das Berufsbildungsgesetz, noch die Arbeitsgesetze anwendbar sind. Folglich kann ein Praktikant in einem verpflichtenden Praktikum bisher z.B. weder eine Vergütung, noch Urlaub verlangen.

Wie wichtig ist es für mich einen Praktikumsvertrag abzuschließen? Welche Vor- und Nachteile habe ich daraus?
Auch wenn ein Praktikumsvertrag nicht schriftlich abgeschlossen werden muss, ist es ganz besonders wichtig, dies so zu tun. Denn die Rechte und Pflichten von Praktikanten sind nicht in einem speziellen Gesetz geregelt. Somit bildet der Praktikumsvertrag die wichtigste Rechtsgrundlage, auf die sich der Praktikant und der Praktikumsgeber beziehen können, falls rechtliche Probleme während des Praktikums auftreten.

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Bezahlung und Urlaub

Habe ich das Recht auf eine Bezahlung und Urlaub?
Beim freiwilligen Praktikum ergibt sich eine Pflicht des Praktikumsgebers zur Zahlung einer Vergütung während des Praktikums an den Praktikanten aus §§ 26, 17 Berufsbildungsgesetz (BBiG), das normalerweise für Auszubildende gilt. Aus § 26 BBiG ergibt sich in Verbindung mit dem Bundesurlaubsgesetz auch der Urlaubsanspruch von mindestens zwei Werktagen pro Monat für Praktikanten. Die Höhe der Vergütung ist nicht gesetzlich geregelt. Nach Ansicht des Verfassers soll sie sich, je nach Branche, an der Höhe der Ausbildungsvergütung von Auszubildenden im ersten Lehrjahr richten.

Erhalte ich auch während des Urlaubs und im Krankheitsfall meine Vergütung?
Während des Urlaubs und im Krankheitsfall erhalten nur Praktikanten in freiwilligen Praktikumsverhältnissen Ansprüche auf Vergütung bzw. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Vergütungs- wie Urlaubsansprüche gelten nur für Praktikanten in freiwilligen Praktika; bei verpflichtenden Praktika sollen diese Ansprüche entgegen der Meinung des Verfassers leider nicht bestehen, weil es sich nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts um eine Schul- oder Hochschulausbildungsveranstaltung handeln soll.

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Arbeitszeit und Versicherung

Wie viele Wochenstunden darf ich als Praktikant maximal arbeiten? Gibt es gesonderte Regeln für Wochenend- und Feiertagsarbeit?
Grundsätzlich darf die Arbeitszeit während des Praktikums acht Stunden am Tag nicht überschreiten. Diese Höchstdauer regelt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) für Arbeitnehmer und Auszubildende. Dasselbe muss für Praktikanten gelten. Die Pflicht zur Sonn- und Feiertagsruhe, d.h. einem Verbot zur Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen, ergibt sich aus § 9 ArbZG. Ausnahmen von diesem Beschäftigungsverbot regelt das Arbeitszeitgesetz in § 10: Absolviert ein Praktikant sein Praktikum z.B. bei der Feuerwehr, in Krankenhäusern, in einem Gastronomiebetrieb, beim Rundfunk, bei der Tages- oder Sportpresse oder z.B. bei Messen, bestehen gesetzlich geregelte Ausnahmen vom Beschäftigungsverbot. Dann muss der Praktikumsgeber dem Praktikanten aber einen Ersatzruhetag gewähren.

Bin ich während eines Praktikums sozialversichert? Was muss ich beachten?
Praktikanten sind während eines Praktikums grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Versicherungsfreiheit kann eintreten, wenn nur eine finanziell geringfügige Beschäftigung besteht und der Praktikant pro Monat nicht mehr als 450 Euro verdient. Bei verpflichtenden wie freiwilligen Studierendenpraktika sind die Praktikanten ebenfalls sozialversicherungspflichtig. Die Familienversicherung der Eltern, bei der der Student versichert ist, kann aber die Versicherungspflicht des Praktikanten dann einschränken, wenn nur eine finanziell geringfügige Beschäftigung besteht.

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Dauer und Kündigung des Praktikums

Gibt es eine Probezeit für ein Praktikum?
Auch für ein Praktikum gibt es eine Probezeit. Die Dauer der Probezeit richtet sich grundsätzlich nach der zeitlichen Länge des Praktikums. Bei einem dreimonatigen Praktikum dauert die Probezeit ca. 2 Wochen. Sie kann zwischen dem Praktikumsgeber und dem Praktikanten individuell vereinbart werden. Die Dauer der Probezeit muss allerdings angemessen sein.

Wann kann ich ein Praktikum vorzeitig kündigen? Welche Nachteile könnte ich dadurch haben?
Der Praktikant kann das Praktikum noch während der Probezeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist ordentlich kündigen. Dieses ordentliche Kündigungsrecht steht nach der Probezeit nur noch dem Praktikanten zu. Dann beträgt allerdings die Kündigungsfrist 4 Wochen. Fristlos kündigen können dagegen der Praktikant und der Praktikumsgeber nach der Probezeit. Allerdings muss ein schwerwiegender Grund vorliegen, der eine fristlose Kündigung rechtfertigt, z.B. auf Seiten des Praktikanten ein Diebstahl, auf Seiten des Praktikumsgebers das Außerachtlassen von wichtigen Schutzbestimmungen, wodurch das Leben oder die Gesundheit des Praktikanten im Betrieb gefährdet wird. Einziger Nachteil für den Praktikanten ist, dass er sein Praktikum nicht fortsetzen kann und er das Praktikum, insbesondere beim verpflichtenden Studierendenpraktikum, nachholen muss.



Wie lange darf ein Praktikum maximal dauern? Darf es verlängert werden, ohne dass mir eine richtige Stelle in Aussicht gestellt wird?
Die Dauer des Praktikums ist gesetzlich nicht geregelt. Deshalb kann ein Praktikum, insbesondere nach dem Examen, auch bis zu einem Jahr dauern. Einen längeren Zeitraum für ein Praktikum hält der Verfasser für unseriös. Selbst ein ganzes Jahr Praktikum, dazu oft noch mit geringer Bezahlung und wenigen Urlaubstagen, ist aus Sicht des Verfassers zwar moralisch nicht vertretbar, rechtlich aber bisher leider machbar. Soll das Praktikum verlängert werden, ist vom Praktikanten zu prüfen, ob nicht doch schon ein normales Arbeitsverhältnis vorliegt, bei dem man wie ein typischer Arbeitnehmer unselbständig, d.h. weisungsabhängig ist, und in die Organisation des Betriebs eingegliedert ist.
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Sonstige Rechte als Praktikant

Habe ich ein Recht darauf, etwas zu lernen? Was kann ich tun, wenn ich unzufrieden bin?
Die Hauptpflicht des Praktikumsgebers ist die Ausbildungs- und Beschäftigungspflicht. Der Praktikumsgeber muss den Praktikanten nach Abschluss eines wirksamen Praktikumsvertrags für einen befristeten Zeitraum ausbilden, d.h. ihm die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten und beruflichen Erfahrungen zukommen lassen, damit das vereinbarte Ziel des Praktikums erreicht wird. Stellt der Praktikant fest, dass das Praktikum mangels zielführender Ausbildung und Beschäftigung sinnlos ist, kann er den Praktikumsvertrag kündigen.

Habe ich Anspruch auf ein Praktikumszeugnis? Was muss dieses beinhalten?
Am Ende des Praktikums ist der Praktikumsgeber verpflichtet, dem Praktikanten ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Das Zeugnis muss mindestens Angaben über die Art des Praktikums, die Dauer, das Ziel der Ausbildung und Beschäftigung sowie über die erlangten beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten und berufliche Erfahrungen erhalten. Auf Verlangen des Praktikanten kann das Zeugnis weitere Angaben zu seiner Leistung und zu seinem Verhalten enthalten.

Prof. Dr. Friedrich
Schade MBA

BiTS Iserlohn

Praktikumsrecht

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