Praktikum in China

Deine Weltreise startet hier!

Wähle ein Land für dein Auslandspraktikum und erfahre mehr über Lebensart und Sitten, erhalte Insider-Tipps, stöbere in Erfahrungsberichten und finde ein Unternehmen für dein Praktikum in der Fremde.

China-Flagge
China
  • Einwohner: 1,33 Milliarde
  • Amtssprache: Hochchinesisch (Mandarin)
  • Hauptstadt: Peking
  • Währung: Renminbi, 1 EUR = n/A
  • Zeitzone: UTC+8
  • Telefonvorwahl: +86

Praktikum in China

Wer ein Auslandspraktikum plant, ist abenteuerlustig, aufgeschlossen, neugierig und vor allem ehrgeizig. Wer plant sein Auslandspraktikum in China zu absolvieren, besitzt alle Eigenschaften hoch 10. Kaum eine Kultur ist fremder, kaum eine Sprache ist schwerer zu erlernen. Aber genau dort liegt auch der Reiz. Wer es wagt für einige Monate nach China zu gehen, um dort zu leben, zu arbeiten und zu lernen, wird eine völlig neue Welt erleben. Aber wie geht man diesen großen Schritt an? Auch wenn es allerhand Hürden zu bewältigen gibt, muss der Plan kein Wunschtraum bleiben. Bei uns findest du die Infos, die dir helfen können, dein Praktikum in China zu realisieren.

China ist ein Land voller Gegensätze. Die zahlreichen Großstädte wie Hong Kong, Shanghai und Beijing haben sich innerhalb kürzester Zeit zu Wirtschaftsmetropolen entwickelt, Skyskraper sprießen in Massen aus den Böden. Dagegen scheint das Leben auf dem Land Jahrzehnte zurück zu liegen.

Das Land der Mitte

Polaroid china sonnenschirme

Wer sich als Praktikant unter die Chinesen mischen möchte, sollte sich penibelst über die kulturellen und zwischenmenschlichen Unterschiede informieren. So gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten einem Chinesen versehentlich auf den Schlips zu treten:

Zu den No-Gos gehören Unpünktlichkeit, die Beantwortung von Fragen mit „nein“ (in China wird mit „vielleicht“ und anderen ausweichenden Floskeln geantwortet), „losing face“ (das Entgleiten der Gesichtszüge, Pokerface ist also im Praktikum angesagt), eine falsche Anrede (man nimmt immer den Familiennamen zur Anrede, dieser steht immer vorne!)

Für die Spaßvögel unter den Praktikanten: Niemals (!) darf ein Chinese in der Öffentlichkeit verulkt bzw. bloßgestellt werden. Es gilt somit, immer ein Höchstmaß an Respekt entgegen zu bringen! So sollte man für Smalltalk genügend Kulturwissen besitzen und stets ein Gastgeschenk bereithalten. Aber Achtung: Aus Höflichkeit werden Chinesen einige Male das Geschenk ablehnen, ehe sie es annehmen. Ausgepackt wird es aber erst jenseits der Öffentlichkeit. Ein „Super-Gau“ ist es eine Uhr zu verschenken, denn wird als ein böses Omen betrachtet.

Aber nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene unterscheiden sich die Chinesen maßgeblich. Auch kulinarisch hast du so manchen Kulturschock zu befürchten. Jeder hat schon von berüchtigten Speisen wie Spatzen am Spieß oder Hähnchenkrallen gehört, es gibt aber auch viele Gerichte, die selbst zartbeseitete Europäer mehr als zufrieden stellen.

Sonnenanbeter werden sich wundern, wenn man in China mit Schirmen bewaffnet durch die Straßen läuft oder mit langen Strumpfhosen am Strand liegt. Das liegt daran, dass vornehme Blässe als Schönheitsideal und Statussymbol gilt.

Dass es in dem mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsstärksten Land der Welt, die verschiedensten Dialekte gibt, versteht sich von selbst - für China-Neulinge kann das allerdings ganz schön kompliziert werden. Aufgrund der wirtschaftlichen Verbindung zu Europa und Amerika ist aber auch Englisch eine gängige Sprache. Dies gilt besonders für Praktikanten in großen Unternehmen. Abseits davon musst du damit rechnen, dass nicht jeder Chinese Englisch spricht. Die meisten Schilder sind aber übersetzt. Im Land der Mitte gibt es somit unendlich viel zu erleben und entdecken. Lies weiter und erfahre, wie dein Traum vom Praktikum in China in die Tat umgesetzt wird.

Ni Hao - Finde dein Praktikum

Polaroid china suzhou

Um einen Praktikumsplatz in China zu ergattern, gibt es verschiedene Wege. So kann man das Internet nach Stellenanzeigen durchforsten z.B. auf Sinojobs oder Kopra , sich bei Unternehmen initiativ bewerben (es lohnt sich besonders nach deutschen Tochterunternehmen Ausschau zu halten) oder persönliche Kontakte nutzen. Auch wenn es in Deutschland nicht gängig ist, ist es in China üblich, auf seine Kontakte hinzuweisen.

Schau doch mal in unsere Top 10 der größten chinesischen Unternehmen.

Immer populärer werden Agenturen, die sowohl die Vermittlung als auch die Organisation von Praktikumsstellen gegen Gebühren übernehmen. Bevor du dich für eine Vermittlungsagentur entscheidet, solltest du dich grundlegend über diese informieren und Preise vergleichen. In den meisten Fällen kommt man auch bei Beauftragung einer Agentur nicht um Eigeninitiative herum, denn die Bewerbung muss in der Regel selbst geschrieben werden.



Made in China - Bewerben aber richtig

 Auch wenn es für eine Bewerbung in China keine universell gültigen Vorlagen gibt, empfiehlt es sich, sich an der deutschen Variante zu orientieren. So sollte die Bewerbung aus Anschreiben, Lebenslauf, Foto und Zeugnissen bestehen. Ebenso wie gute Kontakte, sind Empfehlungsschreiben von Professoren in China Gold wert und sollten daher der Bewerbung beigefügt werden. Als Sprache kann Englisch verwendet werden, auf einen perfekten Gebrauch, wird dabei aber in China großen Wert gelegt. Chinesisch-Profis können natürlich mit ihren Kenntnissen glänzen.

Das Anschreiben sollte die Beweggründe für die Bewerbung, die berufliche Erfahrung und die persönliche Eignung enthalten.

Höflichkeit ist in China auch bei der Bewerbung für dein Praktikum das A und O: Der sprachliche Ausdruck sollte immer von Respekt und Bescheidenheit zeugen, die persönliche Anrede muss den vollen Namen und vor allem den Titel des Ansprechpartners enthalten.

Der Lebenslauf enthält die persönlichen Angaben, die Ausbildung, berufliche Qualifikationen, Sprach- und EDV-Kenntnisse, Praktika und sonstiges. Eine anti-chronologische Darstellung ist inzwischen in (fast) jedem Land die Regel.

In unserer Rubrik Tipps für die richtige Bewerbung findest du noch viele weitere hilfreiche Hinweise für ein erfolgreiches Bewerbungsschreiben.

Visum und Co.

Polaroid china dimsum

Seit März 2014 gibt es keine Praktikantenvisa mehr in China. Deswegen musst du eigentlich ein Arbeitsvisum (Z-Visum) beantragen. Da dies allerdings relativ aufwendig ist, wird das meist umgangen, indem man ein Geschäftsvisum (M-Visum), beziehungsweise ein Kulturvisum (F-Visum), beantragt.

Leider lässt diese Art des Visums keine Gehaltszahlungen zu. Um diese Hürde zu umgehen, werden Praktika häufig in bar vergütet. Vorsicht, du solltest dir bewusst sein, dass ein solches Abkommen ‚unter der Hand‘ illegal ist und du eine Ausweisung bzw. Strafzahlung riskiert.

Das F-Visum wird bei Geschäfts- und Forschungsreisen, Fortbildungen und Lehraufträgen, bei Wissenschafts- und Kulturaustausch sowie bei Praktika und Auslandssemestern von bis zu 6 Monaten benötigt. Es ist 3 Monate gültig und kann dann einmal verlängert werden.

Es kann bei der chinesischen Botschaft in Berlin und bei den chinesischen Konsultaten (diese sind in Frankfurt/Main, München und Hamburg) beantragt werden. Sowohl Beantragung als auch Abholung müssen persönlich stattfinden, alternativ kann man eine Serviceagentur beauftragen. In dem Fall müssen die Unterlagen der Agentur zugestellt werden, diese tritt dann mit der chinesischen Botschaft in Kontakt.

Je nach Aufenthaltsdauer und Häufigkeit der Einreise, sind Gebühren ab 20 Euro zu erwarten. Einen Vergleich der verschiedenen Serviceagenturen findest unter Visum-China.net.

Beim F-Visum ist zu beachten, dass die Erteilung nur mit einer sogenannten „Einladung“ möglich ist. Dies bedeutet nichts anderes, als dass man einen Arbeitgeber braucht, der die Visumsart und Aufenthaltsdauer offizell angibt. Das Visum für dein Praktikum in China kann daher erst beantragt werden, wenn du dir bereits einen Praktikumsplatz gesichert hast.

Den Antrag erhält man sowohl auf den Websites der Visaagenturen, als auch bei der chinesischen Botschaft. Desweiteren benötigst du zur Beantragung einen gültigen Reisepass und ein Passfoto.

Sprich am besten früh genug mit deinem Arbeitgeber, damit der sich um alle benötigten Unterlagen kümmern kann und um abzuklären, ob für dich ein Z- oder ein MF-Visum beantragt werden soll.

Die Rechnung, bitte!

Polaroid china percivalstreet

Ein Auslandspraktikum bringt in der Regel hohe Kosten mit sich, aber was ist Geld in Vergleich zu Lebenserfahrung? Bei einem Auslandspraktikum sollten immer die Erlebnisse und Bereicherungen im Vordergrund stehen. Damit du dennoch einschätzen kannst, was auf dich zukommt, haben wir einen Kostenplan aufgestellt.

Hier findest du zudem Infos über Möglichkeiten, sich finanzielle Unterstützung zu holen.

Die größten Kosten sind die für Flüge, Unterkunft und die Verpflegung. Auch wenn die Praktika in China in der Regel unvergütet sind, kann mit dem Arbeitgeber im Vorfeld geklärt werden, ob eine Unterkunft gestellt wird.

Was für eine Unterkunft du wählst, bleibt dir selbst überlassen. Es gibt die Möglichkeit in eine WG zu ziehen, entweder mit anderen Deutschen,Reisenden oder mit Chinesen (was natürlich den Vorteil hat, viel über Land und Sprache zu lernen). Ein möbliertes Apartement bzw. eine Wohnung anzumieten oder in ein Hotel bzw. Hostel zu ziehen sind ebenfalls Optionen. Die Wohnungssuche kann von zu Hause aus beginnen: Viele verabreden Besichtigungstermine für die ersten Aufenthaltstage und wohnen in den ersten Tagen in einem günstigen Hostel. Zur Not sind selbst Hotels bezahlbar.

Da die Lebensunterhaltungskosten generell sehr niedrig sind, kann man durchaus mit 300 € im Monat während des Praktikums auskommen. Beachtet werden muss, dass in touristischen Regionen und Stadtgebieten die Preise höher sind. Wer also ins chinesische Cafe anstatt zu Starbucks geht, bezahlt nur einen Bruchteil. Auch das Handeln ist in China üblich, man sollte dabei nur (wie immer in China) auf Höflichkeit und Respekt achten.

Gezahlt wird im Land der Mitte üblicherweise mit Bargeld. Kartenzahlung ist zwar offiziell möglich, oftmals wird aber von Problemen berichtet. Um sein Geld in China günstig oder kostenlos abheben zu können, sollte man sich frühzeitig mit seiner Bank in Verbindung setzen und erfragen, ob es Partnerschaften mit chinesischen Banken gibt. Die DKB bietet beispielsweise ein kostenloses Girokonto an, mit dem man weltweit an jedem Automaten kostenlos Geld abheben kann.

Für dein Praktikum in China ist eine Auslandskrankenversicherung unverzichtlich, diese kostet zwischen 1-1,50€ am Tag. Auch hier können Preise und Leistungen verglichen werden. Damit aber ein Arztbesuch in China garnicht erst nötig ist, sollte man sich noch vor der Abreise gründlich durchchecken lassen und eine umfassende Reiseapotheke einpacken. Wer dennoch zum Arzt muss, sollte in internationale Kliniken gehen, Krankenhäuser in der Provinz sind weit entfernt vom westlichen Standard, zudem sprechen die meisten Ärzte dort kein Englisch.

Telefonkosten spart man am besten durch eine inländische Sim-Karte. Mit Vorwahlen, wie beispielsweise der 01054, kann man ausländische Handys für Centbeträge aus dem deutschen Festnetz erreichen - langen Gesprächen nach Hause steht also nichts mehr im Weg.

Das waren ganz schön viele Infos, aber jetzt kann es endlich losgehen mit deinem Praktikum in China! Um dich vor so vielen Fettnäpfchen wie möglich zu bewahren, haben wir Top 10 der Dinge, die du noch nicht über China wusstest zusammengestellt.

旅途愉快 , Gute Reise!