Dein Praktikumszeugnis oder Die Entschlüsselung des Da Vinci Codes.

Jedes Praktikumszeugnis liest sich auf den ersten Blick positiv, ob sich hinter den Formulierungen wirklich Lob versteckt, solltest du entschlüsseln.

Jedes Praktikumszeugnis liest sich auf den ersten Blick positiv, ob sich hinter den Formulierungen wirklich Lob versteckt, solltest du entschlüsseln.


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Praktikum, check! Zeugnis, check!

Zeugnistag, da kommen alte Schulgefühle wieder hoch. Während sich fleißige Praktikanten darauf freuen dürften, werden weniger Motivierte wahrscheinlich schon bei dem Gedanken daran nervös. Grundsätzlich hat jeder Praktikant das Recht auf ein angemessenes Praktikumszeugnis, egal, ob er zwei Wochen oder sechs Monate in einem Unternehmen gearbeitet hat. Anders als in der Schule, wo man sich nicht über das Zeugnis an sich, sondern nur über die Noten Gedanken machten musste, sollte man beim Arbeitszeugnis darauf achten, dass auch alles formal seine Richtigkeit hat. Denn immerhin ist es die Grundlage für die nächste Bewerbung und ein Schritt in Richtung Festanstellung.
Damit formal alles stimmt, gibt es hier die Checkliste für dein Praktikumszeugnis. Kannst du alle Fragen mit „Ja“ beantworten, ist alles in Ordnung. Falls nicht, solltest du dich nochmal mit deinem Betreuer im Praktikumsbetrieb auseinandersetzen.


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Generelle Formalitäten

Gut in Form sollte es sein, das Praktikumszeugnis. Ein qualitatives Arbeitszeugnis erkennt man schon auf den ersten Blick: Es sollte auf Briefpapier des Unternehmens gedruckt sein und zwei DINA4-Seiten nicht überschreiten. Genau wie eine gute Bewerbung hat auch ein gutes Zeugnis keine Rechtschreibfehler und beginnt mit einer standardisierten Anrede und einem Schlusssatz. Alle Daten sollten stimmen, damit das Zeugnis und dein Lebenslauf miteinander in Einklang stehen.

  • Ist das Praktikumszeugnis auf ordentlichem Papier mit Briefkopf gedruckt?
  • Gibt es ein Ausstellungsdatum?
  • Ist das Zeugnis ungefähr eine DINA4-Seite lang und hat damit einen angemessenen Umfang?
  • Beginnt das Zeugnis mit einer Einleitung, die deutlich macht, in welchem Zeitraum und bei welchem Unternehmen du das Praktikum absolviert hast?
  • Stimmen diese Daten mit der tatsächlichen Praktikumsdauer überein?
  • Endet das Praktikumszeugnis mit einer Schluss- und/oder Dankesformel?
  • Wurde eine handschriftliche Unterschrift (ggf. auch ein Stempel) unter das Zeugnis gesetzt?
  • Wurde eine handschriftliche Unterschrift (ggf. auch ein Stempel) unter das Zeugnis gesetzt?
  • Ist das Zeugnis frei von Rechtschreib- oder Grammatikfehlern?

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Aufgaben und Leistung

Abgesehen von den ganzen Formalitäten, ist wichtig, dass das Zeugnis all das enthält, was du im Praktikum gemacht hast und vor allem wie erfolgreich du deine Aufgaben erledigt hast. Gehe die Liste deiner Aufgaben noch einmal ganz genau durch: Wurde etwas Wichtiges vergessen, was sich aber bei der nächsten Bewerbung gut machen würde? Grundsätzlich wird hier nie etwas eindeutig Negatives stehen. Damit du sicher sein kannst, dass du den Zeugniscode der Arbeitgeber richtig entschlüsselst, solltest du dir unsere Entschlüsselungstipps anschauen.

  • Nennt das Zeugnis alle von dir ausgeführten Aufgaben oder bearbeiteten Bereiche im Fließtext oder Stichworten?
  • Bewertet das Zeugnis deine Motivation und Arbeitsbereitschaft?
  • Enthält das Praktikumszeugnis eine Bewertung deiner grundsätzlichen Arbeits- und Lernfähigkeiten?
  • Wird der Stand deines Fachwissens genannt?
  • Beschreibt das Zeugnis deine Arbeitsweise und deinen Arbeitserfolg?
  • Falls du besondere Projekte oder herausragende Erfolge im Praktikum hattest, werden diese extra genannt?
  • Gibt es ein zusammenfassendes Urteil über deine Leistungen?


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Verhalten

Natürlich zählt nicht nur deine Arbeitseinstellung, sondern meist ist es mindestens genauso wichtig, dass du dich menschlich an die Gegebenheiten des Unternehmens anpassen konntest. Kannst du Kritik annehmen, dich Vorgesetzten unterordnen und sinnvoll mit Kollegen zusammenarbeiten? Gerade in diesem Bereich versteckt sich in Praktikumszeugnissen die meiste Kritik, wenn man unpünktlich, faul oder vorlaut war. Andersrum kannst du hier Pluspunkte sammeln, die es wahrscheinlicher machen, dass du ins nächste Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

  • Bewertet das Praktikumszeugnis dein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten?
  • Wird dein Verhalten gegenüber Externen (Kunden/Geschäftspartnern) bewertet?
  • Spricht sich das Arbeitszeugnis zu deinem generellen Verhalten auf der Arbeit aus?