Wissenschaftliches Zitieren - so geht's

Wissenschaftliches Zitieren - so geht's

Mit dem Lebenslauf gibst du den Personalern einen Überblick über deine bisherige Ausbildung und deine Schwerpunkte.


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Wissenschaftliches Zitieren

Beim Verfassen einer Seminararbeit oder Hausarbeit kommt es nicht selten vor, dass das wissenschaftliche Zitieren für Kopfzerbrechen sorgt. Solltest du die deutsche oder die amerikanische Zitierweise nutzen? Wann muss etwas überhaupt als Zitat gekennzeichnet werden und wie wird die Quelle richtig angegeben? Wir haben dir hier einige Hilfestellungen zusammengetragen, mit denen dir das wissenschaftliche Zitieren leichter von der Hand gehen wird.

Zitat oder nicht Zitat, das ist hier die Frage

Während des Schreibprozesses ist es oftmals gar nicht so leicht, zu entscheiden, welche Informationen einem anderen Werk entnommen sind und somit als Zitat gekennzeichnet werden müssen. Nicht so schwer fällt die Entscheidung, wenn es sich um ein direktes Zitat handelt, das heißt, wenn du einer Quelle wortwörtlich eine Formulierung entnimmst. Beim wissenschaftlichen Zitieren wird das Zitat in Anführungsstrichen („…“) gesetzt. Kniffliger wird es schon, wenn du den Wortlaut der Quelle nicht direkt übernimmst. Hierbei gilt, dass du es als ein sinngemäßes Zitat kennzeichnen musst, wenn du die Gedanken, Ideen, Schlussfolgerungen und Erkenntnisse anderer mit deinen eigenen Worten wiedergibst.

Änderungen und Auslassungen in direkten Zitaten

Manchmal ergibt sich das Problem, dass du ein Zitat in deinen Fließtext einbauen möchtest, es aber grammatikalisch nicht in den Text passt oder schlichtweg zu lang ist. In diesen Fällen kannst du die Zitate „verändern“. Natürlich muss auch das deutlich gekennzeichnet werden, damit du den Autoren, welche du zitierst, nicht das Wort im Mund herumdrehst. Auslassungen werden beim wissenschaftlichen Zitieren durch […] gekennzeichnet. Auch alle weiteren Änderungen oder Erläuterungen, die du innerhalb des Zitates vornimmst, müssen in eckigen Klammern stehen.

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Beispiel:
Er sieht es demnach als eines der „mit Abstand berühmteste[n] Gedicht[e] der literarischen Moderne“ an.1

1 Ickstadt, Heinz: Die Amerikanische Avantgarde in Europa: Stein, Pound und Eliot. In: Amerikanische Literaturgeschichte. Hrsg. v. Hubert Zapf. 3. Auflage. Stuttgart/Weimar: Metzler Verlag, 2010. S. 240.

Fehler werden mit übernommen

Gerade dann, wenn du ältere Quellen zitierst, kommt es häufiger vor, dass dort die Rechtschreibung von der aktuellen Variante abweicht. Hier gilt, dass du beim wissenschaftlichen Zitieren diese „Fehler“ in den direkten Zitaten deiner Arbeit übernimmst. Auch tatsächliche Fehler, Buchstabendreher oder Vertipper zitierst du eins zu eins. Damit du dennoch kenntlich machen kannst, dass nicht dir der Fehler unterlaufen ist oder dass du weißt, dass es sich dabei um eine veraltete Rechtschreibweise handelt, führst du direkt hinter dem betreffenden Wort [sic] an. Oftmals findet sich auch die Verwendung von [sic!] oder lediglich [!], um anzuzeigen, dass es so im Originalzitat zu finden ist, es aber der Rechtschreibung oder Grammatik wiederspricht.

Die amerikanische und die deutsche Zitierweise

Beim wissenschaftlichen Zitieren gibt es zum einen die amerikanische Zitierweise, zum anderen kannst du auch mit der deutschen Zitierweise arbeiten. Informier dich hierbei bei deinem Institut beziehungsweise auch bei deinem Dozenten darüber, welche Zitierweise bevorzugt wird und behalte unbedingt eine einheitliche Zitierweise in deiner Arbeit bei.

Bei der amerikanischen Zitierweise steht die Quellenangabe im Fließtext direkt hinter dem Zitat. Hierbei gibst du Name des Autors, das Jahr und die Seitenzahl wie folgt an:

(Reinhardt 2002: 8)

Handelt es sich um ein indirektes Zitat, so setzt du vor den Namen des Autors ein vgl. für „vergleiche“. Solltest du mehrere Werke desselben Autors aus demselben Jahr zitieren, so musst du noch einen Kurztitel mit anführen. Zitierst du Werke mehrerer Autoren mit demselben Namen, gibst du den jeweiligen Anfangsbuchstaben mit an:

(Schulze, R. 2002: 11); (Schulze, M. 2002: 34)

Bei der deutschen Zitierweise hingegen, wird die Quelle mithilfe einer Fußnote angegeben. In der Fußnote selbst gibst du, wenn du die Quelle das erste Mal zitierst, eine vollständige Quellenangabe an, so wie man sie auch im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit findet:

Name, Vorname des Autors: Titel – Untertitel. Band. Auflage. Ort: Verlag, Jahr. Seitenzahl.

Für jedes weitere wissenschaftliche Zitieren dieser Quelle gibst du entweder ebd. für „ebenda“ an, wenn es genau derselbe Verweis wäre oder a.a.O. für „am angegebenen Ort“, wenn die Seitenzahl abweicht:

1 Reinhardt, Volker: Die Renaissance in Italien – Geschichte und Kultur. 2. Auflage. München: Verlag C.H. Beck oHG, 2002. S. 8.

2 ebd.

5 a.a.O., S. 17.

Weist eine Quelle mehr als einen Autor auf, so werden diese in der Reigenfolge aufgelistet, in welcher sie auch auf oder in dem Werk zu finden sind:

Fuhrhop, Nanna und Jörg Peters: Einführung in die Phonologie und Graphematik. Stuttgart/Weimar: Metzler Verlag, 2013. S. 24-28.

oder

Fuhrhop, Nanna; Peters, Jörg: Einführung in die Phonologie und Graphematik. Stuttgart/Weimar: Metzler Verlag, 2013. S. 24-28.

Formatierung

Wenn du die deutsche Zitierweise verwendest, dann achte darauf, dass du die Fußnoten in einer anderen Schriftgröße verfasst. Dein Fließtext wird in der Regel in 12p geschrieben sein, während beim wissenschaftlichen Zitieren die Fußnoten meist eine Schriftgröße von 10p aufweisen. Auch hier informierst du dich am besten noch einmal beim Institut oder Dozenten, falls es abweichende Regelungen zur Schriftgröße gibt.

Ist ein Zitat länger als drei oder vier Zeilen, so musst du ebenfalls eine andere Formatierung im Fließtext beachten. Das direkte Zitat wird dann in Schriftgröße 11p verfasst und optisch vom Text abgehoben. Hierbei machst du einen Absatz vor und nach dem Zitat, sodass es für sich allein steht. Zudem wird es auf der linken Seite eingerückt und du verwendest hier nur einen einzeiligen Abstand. Die Anführungsstriche entfallen ebenfalls.

Wichtige Reminder

Hier findest du noch einmal kurz und knackig, worauf es beim wissenschaftlichen Zitieren ankommt.

Achte darauf, dass …

…du für deine Arbeit durchgehend eine einheitliche Zitierweise nutzt!
…du sowohl das Zitat als auch die Quelle eindeutig kennzeichnest!
…du alle Quellen, die du verwendet beziehungsweise zitiert hast mit angibst (Literatur, Filme, Zeitungen, Internetquellen, etc.)!
…eine Literaturangabe im Fließtext und eine weitere in der Literaturliste am Ende der Arbeit stehen!
…Zitate, die mehr als drei Zeilen in deiner Arbeit umfassen, eine andere Formatierung bedingen!
…du hinsichtlich des wissenschaftlichen Zitierens die Vorschriften deines Instituts und Dozenten im Blick behältst!