Werde ein glücklicher Werkstudent

Studium

Sind Werkstudentenjob und Studium gut vereinbar?

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Deine Arbeitszeit als Werkstudent

Als Werkstudent gilt generell, dass du innerhalb deines Semesters höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Ausnahmen kann es geben, wenn sich deine Arbeitszeit als Werkstudent auf die Abendstunden und aufs Wochenende erstreckt. Dann drohen Studium und Werkstudentenjob sich nämlich nicht zu überschneiden. Üblicherweise besprichst du all das aber mit deinem Arbeitgeber, kannst diese Informationen aber auch im Vertrag nachlesen. Wenn du BAföG beziehst, verraten wir dir hier, wieviel du mit einem Werkstudentenjob dazu verdienen darfst.

Die Einteilung deiner Arbeitszeit als Werkstudent ist in den meisten Fällen flexibel. Das kommt allerdings immer auf das Unternehmen an, in dem du arbeitest. Generell gilt aber, dass deine Tätigkeit als Werkstudent eine Nebentätigkeit ist, die sich an den zeitlichen Anforderungen deiner Haupttätigkeit, also deinem Studium orientiert. Dein Studium steht also ganz klar im Fokus und darf durch deine Arbeitszeiten nicht beeinträchtigt werden. Deshalb kannst du dir in vielen Fällen deine Schichten selbstständig und flexibel einteilen. Besonders gut ist das in Unternehmen möglich, die mehrere Werkstudenten beschäftigen, weil ihr häufig eure Arbeitspläne untereinander abgleichen könnt.

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Habe ich einen Anspruch auf Urlaub?

Kannst du als Werkstudent Urlaub nehmen? Theoretisch ist dein Urlaubsanspruch als Werkstudent genauso hoch, wie der von fest angestellten Mitarbeitern, sprich mindestens 24 Tage im Jahr. Weil du aber aufgrund der 20-Stunden-Grenze als Teilzeitkraft giltst, halbieren sich deine bezahlten Urlaubstage auf zwölf pro Jahr. Wie dein Urlaubsanspruch als Werkstudent aber genau aussieht, guckst du am besten in deinem Werkstudentenvertrag nach.

Wenn du merkst, dass du während sehr stressiger Uniphasen aufgrund deines Werkstudentenjobs nicht mehr zum Lernen kommst, kannst du dir also nach dem Bundesurlaubsgesetz frei nehmen und bekommst diese Tage von deinem Arbeitgeber bezahlt. Denn dein Studium hat, wie schon erwähnt, immer Vorrang vor deiner Werkstudententätigkeit.

Wenn du keinen pauschal festgelegten Lohn bekommst, sondern wie viele Werkstudenten nach Stunden bezahlt wirst, errechnet sich dein Urlaubsgeld aus dem Durchschnittsgehalt der letzten 13 Wochen. Angesetzt wird der vertraglich vereinbarte Stundenlohn. Auch noch wissenswert: Stehen weniger Urlaubstage in deinem Vertrag als der Gesetzgeber vorschreibt, sind die Vorgaben von deinem Arbeitgeber ungültig. Sogar dann, wenn du den Werkstudentenvertrag bereits unterschrieben hast!

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Besonderheiten während der Semesterferien

Sobald du alle Vorlesungen für ein Semester hinter dir gelassen und Semesterferien hast, gilt: Jetzt darfst du auch tagsüber an Werktagen mehr als 20 Stunden arbeiten. Doch auch dabei gibt es einige Dinge, die du dringend berücksichtigen solltest. Während du als Werkstudent Semesterferien hast, kannst du bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten, bist somit also vollzeitbeschäftigt. Pass aber auf, dass du die Grenze von 26 Wochen nicht überschreitest. Werkstudenten dürfen nämlich höchstens 26 Wochen (182 Kalendertage) in Vollzeit arbeiten. Werden aus den 26 plötzlich 27 Wochen, wirst du vom Werkstudentenprivileg ausgeschlossen und musst die vollen Beiträge zur Sozialversicherung zahlen.

Überleg dir gut, wie viel du in der vorlesungsfreien Zeit zu tun haben wirst und teil deine Zeit dementsprechend ein. Dann erst macht es Sinn zu schauen, ob sich Semesterferien und Werkstudent Dasein gut miteinander vertragen. Wenn klar ist, dass du sowohl für Klausuren lernen als auch Hausarbeiten schreiben musst, kannst du weiterhin bei deiner 20-Stunden-Woche bleiben oder deine Stunden sogar noch weiter reduzieren. Wenn dein Arbeitgeber dir das Okay dafür gibt, kannst du oft auch wochenweise als Werkstudent arbeiten. Dann arbeitest du eine bestimmte Zeit Vollzeit durch und bist danach durchgehend an der Uni. Pass dabei nur auf, dass du unter der Grenze von 26 Wochen Vollzeitarbeit bleibst.

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BAföG als Werkstudent?

Ist eine Beschäftigung für Studierende auch dann möglich, wenn du BAföG beziehst? Oder, anders gefragt: Verlierst du deinen Anspruch auf staatliche Ausbildungsförderung, wenn du als Werkstudent angestellt bist?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich darfst du als Student auch dann einen Nebenjob ausüben, wenn du BAföG beziehst. Ein Werkstudentenjob ist da keine Ausnahme. Wenn es aber um die Frage geht, ob deine Werkstudententätigkeit Einfluss auf die Höhe deines BAföG-Satzes hat, muss man etwas genauer hinschauen.

Dein monatliches Gehalt als Werkstudent darf leider nicht beliebig hoch sein. Wer als Student so gut nebenher verdient, dass er seine Lebenshaltungskosten theoretisch allein tragen könnte, ist schließlich nicht auf BAföG angewiesen. Aus diesem Grund gibt es den sogenannten Freibetrag, der gesetzlich geregelt ist. In diesem Freibetrag ist die Geldsumme (brutto) festgelegt, die du innerhalb eines bestimmten Bewilligungszeitraums zu deinen BAföG-Bezügen dazuverdienen darfst, ohne dass dir davon etwas abgezogen wird. In den meisten Fällen ist dieser Bewilligungszeitraum für Studenten zwölf Kalendermonate lang.

Wann droht weniger BAföG?

Für einen Bewilligungszeitraum von zwölf Kalendermonaten beträgt der aktuelle Freibetrag im Moment noch 4880 Euro. Auf den Monat umgerechnet ergibt das ein Gehalt von 406,66 Euro brutto. Überschreitet dein Gehalt als Werkstudent diese magische Grenze, wird dir das, was du mehr verdienst, in entsprechender Höhe von deinem Werkstudent BAföG abgezogen. Ob sich ein Werkstudentenjob für dich lohnt, musst du also selbst entscheiden.

Liegt dein monatliches Gehalt als Werkstudent über 850 Euro brutto, verlierst du aber tatsächlich alle Ansprüche auf Ausbildungsförderung. Dasselbe ist der Fall, wenn du im Bewilligungszeitraum in jeder Woche mehr als deine erlaubten 20 Stunden arbeitest. Damit würdest du dein Werkstudentenprivileg verlieren und wärst voll sozialversicherungspflichtig.

Die gute Nachricht: Für die BAföG-Berechnung wird alles, was du im entsprechenden Bewilligungszeitraum brutto im Monat verdient hast, addiert und durch die genaue Anzahl der Monate, die du BAföG bezogen hast, geteilt. Bleibst du insgesamt unter dem Freibetrag von 4880 Euro, ist es dem BAföG-Amt egal, wie viel du in den einzelnen Monaten genau verdient hast. Die 406,66 Euro brutto im Monat sind also nicht mehr als ein Durchschnittswert.

Es wird mehr!

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss. Ab dem 01.08.2016, bzw. dem 01.10.2016 wird die Summe, die Studenten im Bewilligungszeitraum von zwölf Kalendermonaten zum BAföG dazuverdienen dürfen, auf insgesamt 5400 Euro erhöht. Mit diesem Freibetrag kannst du mit deiner Werkstudententätigkeit dann durchschnittlich 450 Euro brutto im Monat verdienen, ohne Abstriche bei deiner Ausbildungsförderung befürchten zu müssen.