Werde ein glücklicher Werkstudent

Allgemeines

Was ist überhaupt ein Werkstudent?

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Werkstudent Definition

Für die meisten Studenten ist so ein Studium mehr als ein mehrere Semester dauernder Lernmarathon. Denn auch abseits vom Hörsaal wartet ein ganz neues Leben auf dich. Viele Studenten ziehen von Zuhause aus, stehen das erste Mal auf eigenen Füßen und müssen sich neben ihren Credit Points auch noch um ihre Miete kümmern. Und weil jeden Abend Tiefkühlpizza nicht glücklich macht, muss ein Job her. Am besten einer, der gutes Geld bringt und sich mit deinem Studium vereinbaren lässt. Wer hat schon Zeit, neben der Uni Vollzeit zu arbeiten? Genau um dieses Problem zu lösen, sind Werkstudentenjobs gedacht.

Als Werkstudent kann sich jeder bewerben, der als Ordentlicher Studierender an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist. Wer ein Urlaubssemester macht, in Teilzeit studiert oder gerade promoviert, ist leider nicht berechtigt, einen Werkstudentenjob anzufangen. Ausgeschlossen vom Werkstudentendasein sind leider auch ältere und Langzeitstudenten. Das heißt, wer über 30 Jahre alt ist oder bereits im 14. Semester studiert, fällt nicht mehr in die Werkstudent Definition.

Auch Studierende, die ein Duales Studium machen, werden nicht als Werkstudenten eingestellt. In diesem Fall hast du ja bereits eine Art Ausbildungsvertrag mit deinem Arbeitgeber geschlossen, der dir in den meisten Fällen ein Gehalt bezahlt und die Kosten für dein Duales Studium übernimmt.

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Vereinbarkeit mit dem Studium

Eine Werkstudententätigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass du sie zeitlich gut mit deinem Studium vereinbaren und dabei auch noch etwas lernen kannst. Ein Job als Werkstudent ist nämlich auch dafür gedacht, dein Uni-Wissen aus dem Studium zu vertiefen und praktisch anzuwenden. Weil das Studium Priorität vor dem Job haben soll, sind die Arbeitszeiten für Werkstudenten genau festgelegt. Nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2003 (B 12 KR 26/03) darfst du als Werkstudent nicht länger als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Ausnahmen kann es in einigen Fällen geben, wenn dein Job aufs Wochenende oder in die Abend- und Nachtstunden fällt. In der vorlesungsfreien Zeit wird die 20-Stunden-Regel gelockert. Während der Semesterferien darfst du deinen Werkstudentenjob daher in Vollzeit ausüben. Vollzeit bedeutet in deinem Fall maximal 40 Stunden in der Woche.

Aber Vorsicht: Auch die Zeitspanne, in der du als Werkstudent Vollzeit arbeiten darfst, ist vom Gesetzgeber genau festgelegt. Durch die magische 26-Wochen-Grenze wird die Zeit, die ein Werkstudent mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten darf, auf maximal 182 Kalendertage im Jahr zusammengerechnet. Hattest du in einem Kalenderjahr mehrere Werkstudentenjobs, werden die Stunden aus allen Tätigkeiten addiert. Ergibt sich daraus, dass du im Jahresverlauf in mehr als 26 Wochen über 20 Stunden die Woche gearbeitet hast, giltst du automatisch nicht mehr als Werkstudent und verlierst alle Privilegien, die mit deiner Werkstudententätigkeit einhergehen.

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Unterschied zum Praktikum

Vielleicht fragst du dich jetzt, wo genau der Unterschied zwischen Werkstudentenjobs und Praktika liegt. In beiden Fällen sammelst du schließlich neben der Uni wertvolle Berufserfahrung und stellst bei deinem Arbeitgeber den ersten Fuß auf die Karriereleiter. Wer sich als Werkstudent gut anstellt, wird nach seinem Abschluss nämlich gern übernommen und braucht sich keine Sorgen um die Bewerbung im Anschluss zu machen. Viele Firmen bieten ihren Werkstudenten außerdem die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten im Unternehmen zu schreiben. Theoretisch kann eine solche Werkstudententätigkeit neben dem Studium beliebig lange ausgeübt werden. Solange du alle Anforderungen auf der Werkstudenten Checkliste erfüllst natürlich. Außerdem bekommst du ein festes Monatsgehalt, was bei einem Praktikum, das weniger als drei Monate dauert oder zu deinem Studium dazugehört, nicht immer selbstverständlich ist.

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Das Werkstudentenprivileg

Neben dem Studium gutes Geld verdienen und kaum etwas davon abgeben müssen? Das geht! Ein Werkstudentenjob macht’s möglich. Als Werkstudent profitieren du und dein Chef nämlich vom sogenannten Werkstudentenprivileg.

Dank des Werkstudentenstatus sind Studierende weitestgehend von der Sozialversicherung befreit. Das bedeutet, dass von deinem monatlichen Verdienst üblicherweise weder Beiträge zur Krankenversicherung noch für Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden. Eine Ausnahme bildet für den Werkstudent die Rentenversicherung. In die musst du einzahlen, sobald du mehr als 450 Euro im Monat verdienst.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch dein Arbeitgeber anteilig nichts in die Sozialversicherung seiner Werkstudenten einzahlen muss. Das macht dich natürlich zu einem Jackpot für das Unternehmen: Du bringst Fachwissen von der Uni mit, leistest wichtige Arbeit und kostest weniger als ein nichtstudentischer Arbeitnehmer, der voll sozialversicherungspflichtig ist. Das macht den Werkstudentenjob auch für Unternehmen so attraktiv.

Du fragst dich, wie das mit den Sozialabgaben als Werkstudent aussieht, wenn du während der Semesterferien 40 Stunden in der Woche arbeiten darfst? Immerhin bekommst du für diese Zeit auch deutlich mehr Gehalt.

Auch in diesem Fall entpuppt sich so ein Werkstudentenjob als kleine Goldgrube. Wird deine Tätigkeit im Rahmen der vorlesungsfreien Zeit auf über 20 Stunden (aber nicht mehr als 40 Stunden!) ausgedehnt, besteht weiterhin Versicherungsfreiheit für dich. Bei einem Gehalt von über 450 Euro im Monat zahlst du lediglich die Rentenversicherung und musst dich selbst krankenversichern. Ab einer gewissen Höhe deines Gehalts kann es außerdem passieren, dass du als Werkstudent Lohnsteuer zahlen musst.