Praktikum bei Wöhrdersee Hotel Mercure Nürnberg City

So wurde Wöhrdersee Hotel Mercure Nürnberg City von ehemaligen Praktikanten bewertet

  • 8,0h Ø Arbeitszeit
  • 0,- Ø Verdienst
  • 0% Weiterempfehlung
Gesamtwertung 1 Berichte
1,1
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  • » Ein Praktikum, das das Hotel nur anbietet, um an kostenlose Reinigungskräfte zu kommen! «
    2 Wochen Vorpraktikum im Jahr 2010

    Auf einer Berufs- und Studienmesse, die ich im Frühjahr 2010 besuchte, war u.a. auch die Accor Gruppe (zu der auch das Wöhrdersee Hotel Mercure gehört) mit einem Stand vertreten. In einem Vortrag warben einige Vertreter des Wöhrdersee Hotels Mercure damit, dass sie speziell Praktika für Abiturienten anbieten würden, damit diese das Berufsbild des Hotelmanagers kennen lernen könnten. Während des gesamten Vortrages wurde dabei immer wieder betont, dass das Praktikum speziell darauf ausgerichtet sei, Abiturienten die Arbeitsabläufe in den höheren Positionen eines Hotels zu zeigen! Da ich mir sehr gut vorstellen konnte, später einmal als Hotelmanagerin zu arbeiten, sprach mich diese Möglichkeit des „Reinschnupperns“ sehr an. So bewarb ich mich und bekam kurz darauf eine Zusage (ohne ein vorheriges Vorstellungsgespräch, etc.). An meinem ersten Tag sollte ich mich um 7 Uhr morgens an der Rezeption melden. Dort schien allerdings niemand zu wissen, dass für diesen Tag eine neue Praktikantin anfangen sollte und so wurde ich dann erstmal eine geschlagene Viertelstunde stehen gelassen, bis sich der Hotelmanager blicken ließ. Er stellte sich mir weder vor, noch begrüßte mich in irgendeiner Weise in seinem Hotel, sondern rief gleich die Dame vom Housekeeping und schickte mich mit ihr weg. Dass ich noch mit Jacke und Tasche „bewaffnet“ war und diese evtl. gerne abgelegt hätte, bevor ich anfangen sollte, die Toiletten zu putzen kam ihm nicht in den Sinn. Nachdem mir die Dame vom Housekeeping dann einen Platz gezeigt hatte, wo ich meine Sachen ablegen konnte, ging es los. Zuerst sollte ich die Toiletten im EG reinigen, dann ging es weiter mit dem Boden in der Eingangshalle und den Konferenzräumen. Zwischendurch gings immer wieder in die Tiefgarage um Wäsche zu waschen/aufzuhängen/zusammenzulegen/einzuräumen. Ein wenig enttäuscht war ich zwar schon, als ich nach den ersten 3 Tagen (von insgesamt eh nur 12) nur wie oben beschrieben putzen durfte, aber da hatte ich noch die Hoffnung, dass ich noch andere Einsatzgebiete in diesem Hotel kennenlernen durfte. So bestanden die Tage 4+5 aus nur halbtägigem Putzen, während ich dann nachmittags zusammen mit einem Azubi auf die Zimmer geschickt wurde, um dort weiter zu putzen/aufzuräumen, etc. Einen Tag durfte ich mit einer anderen Praktikantin noch in die Küche, wo wir dann den ganzen Tag nichts anderes als Geschirr spülen durften (dabei hat man ja wirklich einen sehr guten Eindruck vom Alltag als Koch bekommen)! Doch darüber war ich spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem ich die Hygienestandards sowie die Lebensmittelwiederverwertung (Lebensmittelkontrolle olé!) der Küche gesehen hatte, nicht mehr wirklich böse! Ich möchte kurz klarstellen, dass ich mir nicht zu fein war/bin, diese Arbeiten auszuführen, weil sie in einem Hotel nun mal dazugehören! Jedoch war ich am Ende der ersten Woche doch etwas frustriert, weil das Hotel ja besonders damit geworben hatte, dass man bei ihnen als Praktikant besonders Einblicke in das HotelMANAGEMENT bekommen sollte. Die Arbeiten, die mir zugeteilt wurden sind die, die jede Hotelfachkraft ausführt. Doch das Praktikum sollte ja genau die Unterschiede zwischen dem Berufsalltag einer Hotelfachkraft und eines Hotelmanagers darstellen! Als ich dann Freitag Mittag den Hotelmanager fragte, ob denn die Möglichkeit bestünde, dass ich auch einmal z.B. an die Rezeption kommen könnte, lachte er mich aus und erklärte mir (mit immer noch äußerst amüsiertem Grinsen), dass das sogar die Azubis in ihrem Hotel erst ab dem 3. Ausbildungsjahr dürften. Ich verstehe, dass man als Praktikant nicht sofort auf den Chefsessel befördert wird! So etwas ist allgemein bekannt (und wohl branchenunabhängig), aber ein Praktikum sollte doch den Zweck haben, Einblicke in ALLE Sparten eines Betriebes zu bekommen. Als ich versuchte, dem Hotelmanager genau dies zu erklären, lachte er mich vor seinen Kollegen aus und ich fühlte mich einfach nur verarscht! Ich habe dann noch gewagt zu fragen, ob denn die nächste Woche etwas anders aussehen würde als die erste (in der ich eigentlich den ganzen Tag 8 Stunden am Putzen war!), verneinte er dies nur kurz. Im Nebensatz teilte er mir dann noch kurz mit, dass die Dame vom Housekeeping für den nächsten Tag krank gemeldet sei, aber dass ich die Arbeit dann ja einfach alleine machen könne – ich wüsste ja jetzt , wie das ginge! Ich habe ihm dann erklärt, dass ich mir das Praktikum anders vorgestellt hatte (nämlich so, dass man auch mal sehen könne, was er den ganzen Tag macht oder wie das Restaurantmanagement arbeite) und dass es auf der Studienmesse auch ganz anders dargestellt worden war. Daran konnte er sich leider nicht erinnern und eigentlich interessierte es ihn nicht die Bohne! Deswegen teilte ich ihm dann noch mit, dass ich das Praktikum abbrechen würde, worauf er mit: „Ok, tschüss!“ (Originalzitat!) antwortete und mich stehen ließ. Ich bekam keinen Funken Verständnis für meine Reaktion, kein Danke für die geleistete Arbeit und schon gar keinen Handschlag zur Verabschiedung. Ich finde, für ein solches Hotel, das sich selbst als gehobenes Mittelklassehotel ansieht, ist ein solcher Umgang mit Praktikanten (und ein allgemein äußerst respektloser Umgang mit den festangestellten Mitarbeitern) einfach nur peinlich und ein Aushängeschild für die soziale Inkompetenz der Hotelleitung. Praktikanten sind für das Mercure Hotel Wöhrdersee nichts mehr als kostenlose Arbeitskräfte, die sie nach Lust und Laune ausbeuten können! Ich hoffe, dieses Hotel nie wieder betreten zu müssen – weder als Arbeitnehmer, noch als Gast!!!