Praktikum bei Westfalenfinanz GmbH

So wurde Westfalenfinanz GmbH von ehemaligen Praktikanten bewertet

  • 10,0h Ø Arbeitszeit
  • 850,- Ø Verdienst
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1,0
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  • » Nicht angetreten, weil es vollkommen unangebracht ist, wie mit Bewerbern umgegangen wird «
    12 Wochen Hochschulpraktikum im Jahr 2018

    Ich hatte mich für das Praktikum im Bereich Mergers & Acquisitions bei der Westfalenfinanz GmbH beworben und erhielt bereits am nächsten Tag eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in der nächsten Woche.

    Als ich den Termin wahrgenommen habe wurde ich zunächst nett empfangen und in ein Besprechungszimmer geführt. Nach kurzer Zeit wurde ich dann von einem der Mitgründer der Westfalenfinanz GmbH begrüßt. Es handelte sich bei dieser Person um den Herrn, der auf der Website im Selbstportrait am unfreundlichsten aussieht. Mir wurde zu Beginn mitgeteilt, dass zwar noch ein weiterer Mitarbeiter am Gespräch teilnehmen sollte, doch dieser sei durch einen Termin verhindert, würde jedoch im Laufe noch dazu stoßen. (Spoiler: Das war nicht der Fall)

    Die erste Frage bezog sich auf meinen Wohnort. Wie ich denn dazu kommen würde in einen Vorort von Dortmund zu ziehen? Meine Antwort war dabei sachlich und neutral begründet, obwohl ich mich bereits dort aufgrund der abfälligen Tonlage angegriffen gefühlt habe. Ich teilte dem Herrn mit, dass ich Student sei und nicht den finanziellen Spielraum hätte in die Innenstadt zu ziehen. Des Weiteren komme ich aus einem Elternhaus, welches zu nah im Umkreis der TU Dortmund liegt um einen Platz in einem der Studentenwohnheime zu bekommen. Der Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH erwiderte, dass die abgelegene Wohnsituation nicht optimal zum Feiern sei. Daraufhin antwortete ich nur kurz, dass ich nicht häufig feiern gehen würde.

    Danach wurde ich gebeten, mein Gegenüber durch meinen Lebenslauf zu führen. Hierbei habe ich mich auf die wesentlichen Punkte im Lebenslauf beschränkt. Ergänzend zu meinen einzelnen Stationen habe ich dabei erklärt, warum ich den von mir gewählten Weg im späteren Verlauf meines Lebens eingeschlagen habe. Als ich fertig war, war die einzige Rückfrage, wie ich dazu kommen würde auf eine Realschule zu gehen? Zunächst wusste ich nicht wirklich mit dieser Frage etwas anzufangen, da die Entscheidung über 12 Jahre zurücklag und auch ich nicht diese Entscheidung getroffen habe, sondern meine Eltern. Ich habe dem Herrn der Westfalenfinanz GmbH dann mitgeteilt, dass es nicht meine Entscheidung gewesen sei, sondern die meiner Eltern. Damit gab er sich für den Moment zufrieden.

    Wir setzten das Gespräch fort, indem der Herr mir seinen Werdegang beschrieb. Natürlich fing er damit an, dass er auf ein Gymnasium in Dortmund gegangen sei. Und dies in einer arroganten Art, die ich bis dato noch nicht erlebt habe. Sowohl von der Tonlage her als auch von der Geste hat es die Eigenschaft Arroganz auf ein für mich persönlich neues Level gehoben. Dies war dann auch der Punkt an dem ich innerlich komplett getiltet habe. Äußerlich wollte ich mir dies nicht anmerken lassen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Es folgten Ausführungen seinerseits über das Tätigkeitsfeld der Westfalenfinanz GmbH. Zwischenfragen, die ich aus reiner Höflichkeit gestellt habe, wurde durch lange Ausführungen mit keinerlei Bezug zur eigentlichen Frage versucht zu beantworten. Auch hier wurde teilweise verständnislos mit dem Kopf geschüttelt, da meine Fragen in seinen Augen anscheinend dumm waren.

    Je länger das Gespräch dauerte, desto deutlicher wurde es, dass mein Gegenüber mich als Mensch zweiter Klasse sah. Ich möchte schon fast behaupten, er sah mich als einen Untermenschen und sich selber als etwas viel Besseres. Anscheinend sollte ich mich glücklich schätzen seine Aufmerksamkeit zu genießen. Mir war vorher bereits bewusst, dass Unternehmensberater manchmal etwas eigen sein können, doch die Westfalenfinanz GmbH hat in dieser Hinsicht komplett über die Stränge geschlagen.

    Dann habe ich ein paar Fragen bzgl. des Praktikums bei der Westfalenfinanz GmbH gestellt. Arbeitszeiten, Gehalt und eine mögliche Verlängerung des Praktikums. Alles wurde relativ kurz und knapp beantwortet. Auch hier interessierten mich die Antworten nicht mehr. Es war lediglich eine Höflichkeit meinerseits, diese Fragen zu stellen.

    Wie sollte es anders sein, drehte sich der Großteil des Gespräches dann um „meine“ Entscheidung zur Realschule zu gehen und meinen derzeitigen Wohnort. Gerade die Verteidigung meiner Schulzeit in der Realschule drang dabei immer mehr ins Lächerliche, da es nicht meine Entscheidung war, sondern die meiner Eltern. Sie basierte auf einem Fehler, den sie mit meinem Bruder gemacht haben. Da man optimaler Weise aus seinen Fehlern lernt, wollten sie sich nicht ein weiteres Mal gegen die Entscheidung der Schule stellen und schickten mich deshalb auf die Realschule. Dies habe ich auch so im Bewerbungsgespräch näher geschildert. Außerdem möchte ich anmerken, dass obwohl ich auf der Realschule war, ich in der gleichen Zeit wie der Herr der Westfalenfinanz GmbH meine Allgemeine Hochschulreife erhalten habe. Sowohl er als auch ich haben 9 Jahre dafür gebraucht. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Den letzten Satz habe ich ebenfalls im Gespräch erwähnt.

    Das Konzept der vielen Wege, die nach Rom führen scheint bei der Westfalenfinanz GmbH nicht ganz verinnerlicht worden zu sein. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Reflektion der Beratungsarbeit, die in diesem Unternehmen „geleistet“ wird. Dem Kunden wird eine Denkweise aufgedrückt, egal ob sie für die spezielle Situation angebracht ist und Aussicht auf Erfolg hat oder nicht. Einen individualisierten Beratungsprozess kann man von dieser Unternehmensberatung anscheinend nicht erwarten.

    An dieser Stelle würde es mich auch interessieren, was Mandanten der Westfalenfinanz GmbH über die Einstellung der Führungsriege der Beratungsgesellschaft über „niedere“ Bildungseinrichtungen wie bspw. der Realschule halten. Ich könnte mir persönlich vorstellen, dass nicht alle Mandanten, etc. das Gymnasium besucht haben. Als Mandant würde ich mich angegriffen und nicht ernst genommen fühlen, wenn ich die Einstellung der Westfalenfinanz GmbH über andere Schularten als das Gymnasium kennen würde und selber betroffen wäre.

    Bezogen auf die Wohnsituation wurde mir dann noch mitgeteilt, dass ich ja fast genau so viel für die Miete bezahlen würde, wie die Mieter der Immobilien, die mein Gegenüber im Zentrum von Dortmund besitzt. Dabei fiel ihm jedoch selbst auf, dass diese Immobilien für einen Mieter wie mich aufgrund der Größe von über 100qm nicht in Frage kommen würden.

    Dann wurde ich noch gefragt, „womit ich mir sonst so den Tag versüßen würde“. Ich zählte ein paar Hobbys auf. Dem Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH gefiel anscheinend nicht, dass ich kein Fußball erwähnt habe. Darauf bezog sich seine Folgefrage. Ich erwiderte, dass ich mit Fußball nichts anfangen kann und mich eher im American Football Zuhause fühle. Ein weiterer Punkt, warum ich wahrscheinlich nicht ins Unternehmen passe.

    Ich hatte bis jetzt noch keinen Fuß in der Tür im Bereich M&A und hätte wirklich gerne ein Praktikum in diesem Bereich absolviert. Mein Gegenüber hat es aber geschafft in 30 Minuten meinen Wunsch ein Praktikum bei der Westfalenfinanz GmbH zu machen komplett zu zerstören. Ich kenne das Ergebnis des Bewerbungsprozesses noch nicht, da angeblich zwei weitere Kandidaten/-innen diese Woche noch interviewt werden. Ich kann nur jetzt schon sagen, dass ich das Praktikum bei einer Zusage definitiv nicht annehmen werde. Solch ein Unternehmen soll und darf keine hoch qualifizierten Arbeitskräfte verschwenden.

  • » Nicht angetreten, weil es vollkommen unangebracht ist, wie mit Bewerbern umgegangen wird «
    12 Wochen Hochschulpraktikum im Jahr 2018

    Ich hatte mich für das Praktikum im Bereich Mergers & Acquisitions bei der Westfalenfinanz GmbH beworben und erhielt bereits am nächsten Tag eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in der nächsten Woche.

    Als ich den Termin wahrgenommen habe wurde ich zunächst nett empfangen und in ein Besprechungszimmer geführt. Nach kurzer Zeit wurde ich dann von einem der Mitgründer der Westfalenfinanz GmbH begrüßt. Es handelte sich bei dieser Person um den Herrn, der auf der Website im Selbstportrait am unfreundlichsten aussieht. Mir wurde zu Beginn mitgeteilt, dass zwar noch ein weiterer Mitarbeiter am Gespräch teilnehmen sollte, doch dieser sei durch einen Termin verhindert, würde jedoch im Laufe noch dazu stoßen. (Spoiler: Das war nicht der Fall)

    Die erste Frage bezog sich auf meinen Wohnort. Wie ich denn dazu kommen würde in einen Vorort von Dortmund zu ziehen? Meine Antwort war dabei sachlich und neutral begründet, obwohl ich mich bereits dort aufgrund der abfälligen Tonlage angegriffen gefühlt habe. Ich teilte dem Herrn mit, dass ich Student sei und nicht den finanziellen Spielraum hätte in die Innenstadt zu ziehen. Des Weiteren komme ich aus einem Elternhaus, welches zu nah im Umkreis der TU Dortmund liegt um einen Platz in einem der Studentenwohnheime zu bekommen. Der Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH erwiderte, dass die abgelegene Wohnsituation nicht optimal zum Feiern sei. Daraufhin antwortete ich nur kurz, dass ich nicht häufig feiern gehen würde.

    Danach wurde ich gebeten, mein Gegenüber durch meinen Lebenslauf zu führen. Hierbei habe ich mich auf die wesentlichen Punkte im Lebenslauf beschränkt. Ergänzend zu meinen einzelnen Stationen habe ich dabei erklärt, warum ich den von mir gewählten Weg im späteren Verlauf meines Lebens eingeschlagen habe. Als ich fertig war, war die einzige Rückfrage, wie ich dazu kommen würde auf eine Realschule zu gehen? Zunächst wusste ich nicht wirklich mit dieser Frage etwas anzufangen, da die Entscheidung über 12 Jahre zurücklag und auch ich nicht diese Entscheidung getroffen habe, sondern meine Eltern. Ich habe dem Herrn der Westfalenfinanz GmbH dann mitgeteilt, dass es nicht meine Entscheidung gewesen sei, sondern die meiner Eltern. Damit gab er sich für den Moment zufrieden.

    Wir setzten das Gespräch fort, indem der Herr mir seinen Werdegang beschrieb. Natürlich fing er damit an, dass er auf ein Gymnasium in Dortmund gegangen sei. Und dies in einer arroganten Art, die ich bis dato noch nicht erlebt habe. Sowohl von der Tonlage her als auch von der Geste hat es die Eigenschaft Arroganz auf ein für mich persönlich neues Level gehoben. Dies war dann auch der Punkt an dem ich innerlich komplett getiltet habe. Äußerlich wollte ich mir dies nicht anmerken lassen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Es folgten Ausführungen seinerseits über das Tätigkeitsfeld der Westfalenfinanz GmbH. Zwischenfragen, die ich aus reiner Höflichkeit gestellt habe, wurde durch lange Ausführungen mit keinerlei Bezug zur eigentlichen Frage versucht zu beantworten. Auch hier wurde teilweise verständnislos mit dem Kopf geschüttelt, da meine Fragen in seinen Augen anscheinend dumm waren.

    Je länger das Gespräch dauerte, desto deutlicher wurde es, dass mein Gegenüber mich als Mensch zweiter Klasse sah. Ich möchte schon fast behaupten, er sah mich als einen Untermenschen und sich selber als etwas viel Besseres. Anscheinend sollte ich mich glücklich schätzen seine Aufmerksamkeit zu genießen. Mir war vorher bereits bewusst, dass Unternehmensberater manchmal etwas eigen sein können, doch die Westfalenfinanz GmbH hat in dieser Hinsicht komplett über die Stränge geschlagen.

    Dann habe ich ein paar Fragen bzgl. des Praktikums bei der Westfalenfinanz GmbH gestellt. Arbeitszeiten, Gehalt und eine mögliche Verlängerung des Praktikums. Alles wurde relativ kurz und knapp beantwortet. Auch hier interessierten mich die Antworten nicht mehr. Es war lediglich eine Höflichkeit meinerseits, diese Fragen zu stellen.

    Wie sollte es anders sein, drehte sich der Großteil des Gespräches dann um „meine“ Entscheidung zur Realschule zu gehen und meinen derzeitigen Wohnort. Gerade die Verteidigung meiner Schulzeit in der Realschule drang dabei immer mehr ins Lächerliche, da es nicht meine Entscheidung war, sondern die meiner Eltern. Sie basierte auf einem Fehler, den sie mit meinem Bruder gemacht haben. Da man optimaler Weise aus seinen Fehlern lernt, wollten sie sich nicht ein weiteres Mal gegen die Entscheidung der Schule stellen und schickten mich deshalb auf die Realschule. Dies habe ich auch so im Bewerbungsgespräch näher geschildert. Außerdem möchte ich anmerken, dass obwohl ich auf der Realschule war, ich in der gleichen Zeit wie der Herr der Westfalenfinanz GmbH meine Allgemeine Hochschulreife erhalten habe. Sowohl er als auch ich haben 9 Jahre dafür gebraucht. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Den letzten Satz habe ich ebenfalls im Gespräch erwähnt.

    Das Konzept der vielen Wege, die nach Rom führen scheint bei der Westfalenfinanz GmbH nicht ganz verinnerlicht worden zu sein. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Reflektion der Beratungsarbeit, die in diesem Unternehmen „geleistet“ wird. Dem Kunden wird eine Denkweise aufgedrückt, egal ob sie für die spezielle Situation angebracht ist und Aussicht auf Erfolg hat oder nicht. Einen individualisierten Beratungsprozess kann man von dieser Unternehmensberatung anscheinend nicht erwarten.

    An dieser Stelle würde es mich auch interessieren, was Mandanten der Westfalenfinanz GmbH über die Einstellung der Führungsriege der Beratungsgesellschaft über „niedere“ Bildungseinrichtungen wie bspw. der Realschule halten. Ich könnte mir persönlich vorstellen, dass nicht alle Mandanten, etc. das Gymnasium besucht haben. Als Mandant würde ich mich angegriffen und nicht ernst genommen fühlen, wenn ich die Einstellung der Westfalenfinanz GmbH über andere Schularten als das Gymnasium kennen würde und selber betroffen wäre.

    Bezogen auf die Wohnsituation wurde mir dann noch mitgeteilt, dass ich ja fast genau so viel für die Miete bezahlen würde, wie die Mieter der Immobilien, die mein Gegenüber im Zentrum von Dortmund besitzt. Dabei fiel ihm jedoch selbst auf, dass diese Immobilien für einen Mieter wie mich aufgrund der Größe von über 100qm nicht in Frage kommen würden.

    Dann wurde ich noch gefragt, „womit ich mir sonst so den Tag versüßen würde“. Ich zählte ein paar Hobbys auf. Dem Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH gefiel anscheinend nicht, dass ich kein Fußball erwähnt habe. Darauf bezog sich seine Folgefrage. Ich erwiderte, dass ich mit Fußball nichts anfangen kann und mich eher im American Football Zuhause fühle. Ein weiterer Punkt, warum ich wahrscheinlich nicht ins Unternehmen passe.

    Ich hatte bis jetzt noch keinen Fuß in der Tür im Bereich M&A und hätte wirklich gerne ein Praktikum in diesem Bereich absolviert. Mein Gegenüber hat es aber geschafft in 30 Minuten meinen Wunsch ein Praktikum bei der Westfalenfinanz GmbH zu machen komplett zu zerstören. Ich kenne das Ergebnis des Bewerbungsprozesses noch nicht, da angeblich zwei weitere Kandidaten/-innen diese Woche noch interviewt werden. Ich kann nur jetzt schon sagen, dass ich das Praktikum bei einer Zusage definitiv nicht annehmen werde. Solch ein Unternehmen soll und darf keine hoch qualifizierten Arbeitskräfte verschwenden.

  • » Nicht angetreten, weil es vollkommen unangebracht ist, wie mit Bewerbern umgegangen wird «
    12 Wochen Hochschulpraktikum im Jahr 2018

    Ich hatte mich für das Praktikum im Bereich Mergers & Acquisitions bei der Westfalenfinanz GmbH beworben und erhielt bereits am nächsten Tag eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in der nächsten Woche.

    Als ich den Termin wahrgenommen habe wurde ich zunächst nett empfangen und in ein Besprechungszimmer geführt. Nach kurzer Zeit wurde ich dann von einem der Mitgründer der Westfalenfinanz GmbH begrüßt. Es handelte sich bei dieser Person um den Herrn, der auf der Website im Selbstportrait am unfreundlichsten aussieht. Mir wurde zu Beginn mitgeteilt, dass zwar noch ein weiterer Mitarbeiter am Gespräch teilnehmen sollte, doch dieser sei durch einen Termin verhindert, würde jedoch im Laufe noch dazu stoßen. (Spoiler: Das war nicht der Fall)

    Die erste Frage bezog sich auf meinen Wohnort. Wie ich denn dazu kommen würde in einen Vorort von Dortmund zu ziehen? Meine Antwort war dabei sachlich und neutral begründet, obwohl ich mich bereits dort aufgrund der abfälligen Tonlage angegriffen gefühlt habe. Ich teilte dem Herrn mit, dass ich Student sei und nicht den finanziellen Spielraum hätte in die Innenstadt zu ziehen. Des Weiteren komme ich aus einem Elternhaus, welches zu nah im Umkreis der TU Dortmund liegt um einen Platz in einem der Studentenwohnheime zu bekommen. Der Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH erwiderte, dass die abgelegene Wohnsituation nicht optimal zum Feiern sei. Daraufhin antwortete ich nur kurz, dass ich nicht häufig feiern gehen würde.

    Danach wurde ich gebeten, mein Gegenüber durch meinen Lebenslauf zu führen. Hierbei habe ich mich auf die wesentlichen Punkte im Lebenslauf beschränkt. Ergänzend zu meinen einzelnen Stationen habe ich dabei erklärt, warum ich den von mir gewählten Weg im späteren Verlauf meines Lebens eingeschlagen habe. Als ich fertig war, war die einzige Rückfrage, wie ich dazu kommen würde auf eine Realschule zu gehen? Zunächst wusste ich nicht wirklich mit dieser Frage etwas anzufangen, da die Entscheidung über 12 Jahre zurücklag und auch ich nicht diese Entscheidung getroffen habe, sondern meine Eltern. Ich habe dem Herrn der Westfalenfinanz GmbH dann mitgeteilt, dass es nicht meine Entscheidung gewesen sei, sondern die meiner Eltern. Damit gab er sich für den Moment zufrieden.

    Wir setzten das Gespräch fort, indem der Herr mir seinen Werdegang beschrieb. Natürlich fing er damit an, dass er auf ein Gymnasium in Dortmund gegangen sei. Und dies in einer arroganten Art, die ich bis dato noch nicht erlebt habe. Sowohl von der Tonlage her als auch von der Geste hat es die Eigenschaft Arroganz auf ein für mich persönlich neues Level gehoben. Dies war dann auch der Punkt an dem ich innerlich komplett getiltet habe. Äußerlich wollte ich mir dies nicht anmerken lassen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Es folgten Ausführungen seinerseits über das Tätigkeitsfeld der Westfalenfinanz GmbH. Zwischenfragen, die ich aus reiner Höflichkeit gestellt habe, wurde durch lange Ausführungen mit keinerlei Bezug zur eigentlichen Frage versucht zu beantworten. Auch hier wurde teilweise verständnislos mit dem Kopf geschüttelt, da meine Fragen in seinen Augen anscheinend dumm waren.

    Je länger das Gespräch dauerte, desto deutlicher wurde es, dass mein Gegenüber mich als Mensch zweiter Klasse sah. Ich möchte schon fast behaupten, er sah mich als einen Untermenschen und sich selber als etwas viel Besseres. Anscheinend sollte ich mich glücklich schätzen seine Aufmerksamkeit zu genießen. Mir war vorher bereits bewusst, dass Unternehmensberater manchmal etwas eigen sein können, doch die Westfalenfinanz GmbH hat in dieser Hinsicht komplett über die Stränge geschlagen.

    Dann habe ich ein paar Fragen bzgl. des Praktikums bei der Westfalenfinanz GmbH gestellt. Arbeitszeiten, Gehalt und eine mögliche Verlängerung des Praktikums. Alles wurde relativ kurz und knapp beantwortet. Auch hier interessierten mich die Antworten nicht mehr. Es war lediglich eine Höflichkeit meinerseits, diese Fragen zu stellen.

    Wie sollte es anders sein, drehte sich der Großteil des Gespräches dann um „meine“ Entscheidung zur Realschule zu gehen und meinen derzeitigen Wohnort. Gerade die Verteidigung meiner Schulzeit in der Realschule drang dabei immer mehr ins Lächerliche, da es nicht meine Entscheidung war, sondern die meiner Eltern. Sie basierte auf einem Fehler, den sie mit meinem Bruder gemacht haben. Da man optimaler Weise aus seinen Fehlern lernt, wollten sie sich nicht ein weiteres Mal gegen die Entscheidung der Schule stellen und schickten mich deshalb auf die Realschule. Dies habe ich auch so im Bewerbungsgespräch näher geschildert. Außerdem möchte ich anmerken, dass obwohl ich auf der Realschule war, ich in der gleichen Zeit wie der Herr der Westfalenfinanz GmbH meine Allgemeine Hochschulreife erhalten habe. Sowohl er als auch ich haben 9 Jahre dafür gebraucht. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Den letzten Satz habe ich ebenfalls im Gespräch erwähnt.

    Das Konzept der vielen Wege, die nach Rom führen scheint bei der Westfalenfinanz GmbH nicht ganz verinnerlicht worden zu sein. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Reflektion der Beratungsarbeit, die in diesem Unternehmen „geleistet“ wird. Dem Kunden wird eine Denkweise aufgedrückt, egal ob sie für die spezielle Situation angebracht ist und Aussicht auf Erfolg hat oder nicht. Einen individualisierten Beratungsprozess kann man von dieser Unternehmensberatung anscheinend nicht erwarten.

    An dieser Stelle würde es mich auch interessieren, was Mandanten der Westfalenfinanz GmbH über die Einstellung der Führungsriege der Beratungsgesellschaft über „niedere“ Bildungseinrichtungen wie bspw. der Realschule halten. Ich könnte mir persönlich vorstellen, dass nicht alle Mandanten, etc. das Gymnasium besucht haben. Als Mandant würde ich mich angegriffen und nicht ernst genommen fühlen, wenn ich die Einstellung der Westfalenfinanz GmbH über andere Schularten als das Gymnasium kennen würde und selber betroffen wäre.

    Bezogen auf die Wohnsituation wurde mir dann noch mitgeteilt, dass ich ja fast genau so viel für die Miete bezahlen würde, wie die Mieter der Immobilien, die mein Gegenüber im Zentrum von Dortmund besitzt. Dabei fiel ihm jedoch selbst auf, dass diese Immobilien für einen Mieter wie mich aufgrund der Größe von über 100qm nicht in Frage kommen würden.

    Dann wurde ich noch gefragt, „womit ich mir sonst so den Tag versüßen würde“. Ich zählte ein paar Hobbys auf. Dem Mitarbeiter der Westfalenfinanz GmbH gefiel anscheinend nicht, dass ich kein Fußball erwähnt habe. Darauf bezog sich seine Folgefrage. Ich erwiderte, dass ich mit Fußball nichts anfangen kann und mich eher im American Football Zuhause fühle. Ein weiterer Punkt, warum ich wahrscheinlich nicht ins Unternehmen passe.

    Ich hatte bis jetzt noch keinen Fuß in der Tür im Bereich M&A und hätte wirklich gerne ein Praktikum in diesem Bereich absolviert. Mein Gegenüber hat es aber geschafft in 30 Minuten meinen Wunsch ein Praktikum bei der Westfalenfinanz GmbH zu machen komplett zu zerstören. Ich kenne das Ergebnis des Bewerbungsprozesses noch nicht, da angeblich zwei weitere Kandidaten/-innen diese Woche noch interviewt werden. Ich kann nur jetzt schon sagen, dass ich das Praktikum bei einer Zusage definitiv nicht annehmen werde. Solch ein Unternehmen soll und darf keine hoch qualifizierten Arbeitskräfte verschwenden.