Wie bewerbe ich mich um ein Auslandspraktikum?

Auslandspraktikum - Alle Tipps für dich

Für ein halbes Jahr in einem anderen Land Leben und neue Menschen und neue Kulturen kennenzulernen ist mit das Schönste, das ein Studium zu bieten hat. Hier findest du alle Infos über Auslandspraktika in den Ländern dieser Welt.


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Vor Ort im Auslandspraktikum

„Praktikant, ging allein in die weite Welt hinein“ – Du hast deinen Koffer gepackt, hast den Praktikumsvertrag in der Tasche und machst dich auf den Weg ins Ausland. Damit du dich auch in der Fremde heimisch fühlst und an den ersten Tagen im neuen Job keine Panik aufkommt, solltest du dir schon vorher über ein paar Dinge Gedanken gemacht haben. Hier unsere generellen Tipps fürs Wohnen, Arbeiten und Erleben im Auslandspraktikum.


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Schöner Wohnen: Wohngemeinschaft, Gastfamilie und Co.

Grundsätzlich gilt für eine Unterkunft im Ausland das Gleiche wie für die Wohnungssuche im Inland. Nach acht Stunden Arbeit hat keiner Lust noch Stunden bis nach Hause zu fahren. Informiere dich im Vorhinein, wie das Netz von öffentlichen Verkehrsmitteln in deiner Wunschstadt ist oder ob du möglicherweise für die Zeit deines Praktikums ein Auto mieten musst.

Ob und wieviel Vorlaufzeit du bei deiner Suche nach einer Unterkunft einplanen musst, hängt davon ab, wie du im Ausland leben möchtest. Unter den zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten, im Praktikum zu wohnen, stellen wir dir hier die gängisten vor:

Eigentlich eher üblich für den Schüleraustausch und das Au-Pair, aber auch für das Praktikum eine beliebte Option: Die Gastfamilie. Viele Familien freuen sich über internationale Studenten / Praktikanten und haben ein gemütliches Zimmer für dich frei. Du kannst sicher sein, dass sich damit deine Sprachkenntnisse auch außerhalb der Arbeit verbessern werden und im Notfall immer jemand da ist, der sich vor Ort auskennt. Im Gegenzug musst du dich dafür an die Gegebenheiten der Familie anpassen und bist nicht so ungebunden wie in einer angemieteten Wohnung. Online-Datenbanken, Agenturen oder persönliche Kontakte sind der schnellste Weg zu einer geeigneten Gastfamilie.

Eine der günstigsten Lösungen ist das gemeinsame Wohnen mit anderen Praktikanten, Studenten und Trainees in einer Wohngemeinschaft. Besonders in Städten mit einer eigenen Universität finden sich viele WG-Angebote auf Zeit. Ein Telefonat mit der Studienberatung der lokalen Hochschule kann sich lohnen: Meist haben die Berater gute Tipps für ausländische Studenten und kennen Wohnungsvermittler und Webseiten sehr gut. Vorteile einer WG sind das Zusammenleben mit anderen jungen Leuten – so hat man gleich Begleitung für Wochenendaktivitäten – und der kostengünstige Mietpreis. Ein Nachteil ist, dass man sich die Mitbewohner und die Wohnung meist vorher nicht persönlich anschauen kann, sondern nur über Telefon, Internet und Fotos miteinander kommuniziert.

Wem das Suchen übers Internet zu unsicher ist, für den empfiehlt sich zunächst ein Aufenthalt in einem Hostel oder Backpacker. Für einen kostengünstigen Preis kannst du hier für wenige Wochen ein Zimmer mieten während du auf der Suche nach einer anderen Unterkunft bist. So kannst du die Stadt erst einmal kennenlernen und bist vor unangenehmen Wohnungsüberraschungen sicher. Der Nachteil ist, dass du dich möglicherweise neben dem Praktikum auf Wohnungssuche begeben musst und dich noch nicht richtig in der neuen Bleibe einleben kannst.

Gerade bei einem längeren Auslandsaufenthalt lohnt sich der Blick auf den allgemeinen Wohnungsmarkt. Eine eigene Wohnung bietet dir komplette Unabhängigkeit und eine Ruhezone nach der Arbeit. In vielen Städten gibt es gesonderte Angebote für möblierte Apartments und 1-Zimmer-Wohnungen auf Zeit. Internetportale deines Praktikumsorts, lokaler Zeitungen und Studentenportale des Landes sind ein geeigneter erster Anhaltspunkt, um sich über Wohnungspreise zu informieren. Wer sich die Sucherei sparen will, kann auch auf Vermittlungsagenturen und Makler zurückgreifen. Das ist zwar etwas teurer, gibt aber möglicherweise auch eine Garantie auf den Zustand der Wohnung.


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Jetzt geht’s los: Du im Praktikum

Wenn du in deinem Praktikumsland angekommen bist, geht es eigentlich erst richtig los. Selbst wenn du bereits in Deutschland in die Arbeitswelt hineingeschnuppert hast, wird dich das Auslandspraktikum vor ganz neue Herausforderungen stellen.

„Was zieh ich an?“ ist wahrscheinlich die erste Frage, die du dir an deinem ersten Arbeitstag stellen wirst. Je nach Land und Branche kleidet man sich auf der Arbeit eher formal oder leger. In Irland sind Jeans zum Beispiel strikte Freizeitkleidung und Business-Kleidung in gedämpften Farben ist ein Muss. Außerdem sollte man immer einen Regenschirm dabei haben. Wer in Sachen Dresscode auf Nummer sicher gehen will, fragt vor Praktikumsbeginn am besten beim zukünftigen Arbeitsgeber nach. Für jedes Land gibt es allerdings kulturelle Grundsätze, die dir das Kofferpacken erleichtern können. Auf unseren einzelnen Länder-Seiten findest du die passenden Infos für deinen Arbeitsplatz.

Nicht nur im Bezug auf die Kleidung, sondern auch Verhalten und Arbeitsweisen können im Ausland ganz anders sein als Zuhause. Wundere dich zum Beispiel nicht darüber, wenn man in Italien lange über einen Sachverhalt diskutiert bevor eine Entscheidung gefällt wird oder deine Kollegen in Frankreich alles sehr höflich und indirekt formulieren. In der Schweiz solltest du dir zweimal überlegen, ob du zu spät kommst, denn Pünktlichkeit wird dort großgeschrieben. Natürlich lernt man viele kulturelle Besonderheiten erst im Praktikum kennen – das macht den Reiz einer Auslandsreise ja auch aus – aber es kann nicht schaden, wenn du vorher über bestimmte Verhaltensweisen in deinem ZiellandBescheid weißt. Erfahrungsberichte von ehemaligen Praktikanten helfen dir, die größten Fettnäpfchen zu vermeiden.


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Und in der Freizeit?

Klar, das man in Paris den Eifelturm gesehen haben sollte und in Kalifornien einen Tag am Strand verbracht haben muss, erklärt sich von selbst. Am besten du fragst Kollegen und Bekannte während des Auslandpraktikums nach ihren Insider-Tipps. So lernst du schnell die besten Bars, interessantesten Orte und die Kultur des Landes abseits der Touristen-Attraktionen kennen. Wenn du vor Ort noch nicht viele Kontakte knüpfen konntest, dann sind unsere Erfahrungsberichte aus anderen Ländern villeicht eine gute Alternative zum Zeitvertreib.

Das Auslandspraktikum ist dazu da, zu lernen und Neues zu erleben. Das gilt nicht nur für den Job, sondern auch in der Freizeit. Interkulturelle Erfahrungen werden in unserer vernetzten Welt immer wichtiger. Warum nicht mal etwas probieren, was du Zuhause nie essen würdest oder einfach mal spontan losgehen und die Gegend erkunden? Mit den neuen Kollegen oder den Mitbewohnern lässt sich so die freie Zeit am Wochenende gut nutzen.


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Das Praktikum geht zu Ende

Bei so vielen neuen Eindrücken ist es ganz gleich, ob dein Praktikum drei oder zwölf Monate dauert – die Zeit wird wie im Flug vergehen. Du wirst jede Menge berufliche und soziale Erfahrungen gemacht haben, die dir im Studium und bei der zukünftigen Jobsuche weiterhelfen werden. Vor allem die geknüpften Kontakte können später viel Wert sein, wenn es darum geht, eine Stelle zu finden.

Auch deine Sprachkenntnisse dürften sich in den Praktikumsmonaten verbessert haben und sind so ein schönes Plus für deinen Lebenslauf. Damit die Erfahrungen nicht nur in deinem Kopf bleiben, ist es wichtig, dass dir ein Praktikumszeugnis ausgestellt wird. Bei großen Unternehmen sind solche Formalitäten Standard, aber gerade bei kleineren Firmen solltest du darauf achten, nicht ohne Zeugnis wieder nach Hause zu fahren.