Praktikum in Schweden

Deine Weltreise startet hier!

Wähle ein Land für dein Auslandspraktikum und erfahre mehr über Lebensart und Sitten, erhalte Insider-Tipps, stöbere in Erfahrungsberichten und finde ein Unternehmen für dein Praktikum in der Fremde.

Schweden-Flagge
Schweden
  • Vorname: Katharina
  • Alter: 24
  • Stadt des Praktikums: Stockholm
  • Unternehmen/Institution: The Local Firm (Modedesign Label)
  • Dauer des Praktikums: 6 Monate
  • Jahr des Praktikums: 2011

Aus welchen Gründen wolltest du ein Auslandspraktikum antreten und warum hast du dich für diesen Ort entschieden?

Seitdem ich mich für Design interessiere, hat mich das schwedische Verständnis dafür fasziniert. Vor allem bezüglich der Mode, meinem Studienfach. Das Land, mit seiner Hauptstadt Stockholm, stellt für mich eine interessante und spannende Atmosphäre dar, in der die Kultur von der kreativen Mentalität der Menschen geprägt ist. Außerdem haben mich während meines Studiums viele verschiedene Entwürfe und Herangehensweisen schwedischer Designer zum Nachdenken angeregt und mich für persönliche Projekte inspiriert und weitergebracht. Aus allen diesen Gründen war für mich klar, einen Teil meines Studiums in Stockholm verbringen zu wollen.

Wie bist du an deinen Praktikumsplatz gekommen? Gibt es Besonderheiten, die man bei der Bewerbung beachten muss?

Da ich die schwedische Design- und Modebranche stetig beobachte, fiel es mir leicht, einige Modedesign-Betriebe zu finden, die meinen persönlichen Interessen entsprechen und mit deren Philosophie ich mich identifizieren kann. Nachdem ich meine Bewerbungsmails an verschiedene Betriebe geschickt hatte, bekam ich glücklicherweise direkt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch meines favorisierten Unternehmens und flog dafür nach Stockholm. Da das Unternehmen relativ klein und aufgeschlossen ist, verlief das Bewerbungsverfahren in einer eher lockeren und freundschaftlichen Atmosphäre.

In welchem Bereich hast du dein Auslandspraktikum absolviert? Was waren deine Aufgaben?

Da mein Praktikum in der Entwurfsphase einer neuen Kollektion begonnen hat, habe ich in meiner Zeit beim Unternehmen alle Stationen, von der Planung bis zur Produktion sowie eine Show auf der Stockholm Fashion Week, miterlebt. Zu meinen hauptsächlichen Aufgaben in der Design-Abteilung gehörten vor allem Recherche-Arbeiten zur Sammlung von Bildmaterial und die Erstellung von Ideenskizzen und Entwürfen per Hand, sowie in verschiedenen Design-Programmen am Computer. Der andere große Teil meiner Aufgaben bestand aus der Erstellung von Musterteilen durch Schnittkonstruktion sowie durch Drapieren an Schneiderpuppen. Während anschließenden Fittings mit Modellen im Beisein des Designers und seines Assistenten, wurden meine Musterteile perfektioniert und entschieden, ob sie in die Kollektion aufgenommen werden. Im Falle dessen, gehört der restliche Verlauf der einzelnen Modelle zu meinen Aufgaben: von der Anfertigung des Produktionsschnittes bis zur Erstellung der Produktionsblättern mit technischen Zeichnungen, Informationen zur Fertigung, Farbkarte, sowie Maßtabellen der verschiedenen Größen. Zu anderen kleineren Aufgaben gehörten Vorbereitungen von Meetings, Sales-Veranstaltungen und Foto-Shootings. Wichtig war, ein Verständnis dafür zu bekommen, wie ein kleineres Mode-Label arbeitet und wie die kreative Arbeit zum kommerziellen Erfolg führt.

Wie hast du die Reise organisiert (Flüge, Unterkunft etc.)? Von welchen Organisationen hattest du ggf. Unterstützung?

Die Wohnungssuche verlief sehr schwierig, darauf hatte mich mein Praktikumsbetreuer beim Vorstellungsgespräch bereits hingewiesen. Die meisten Leute wohnen alleine oder mit ihrem Lebensgefährten zusammen, WGs gibt es hier nur sehr selten, viele wohnen zur Unter- oder Zwischenmiete. Die Internetseite www.bostaddirekt.se ist zwar kostenpflichtig, aber dafür auch seriös. Man kann dort ein Profil anfertigen, indem man sich kurz vorstellt und schreibt, wonach man sucht. Glücklicherweise wurde ich von einer sehr netten Frau angeschrieben, mit der ich dann alles persönlich geregelt habe. Es gibt viele verschiedene Fluglinien, die von Deutschland aus nach Stockholm fliegen. Die günstigen Linien fliegen allerdings zum Skavsta Flughafen, der außerhalb von Stockholm liegt. Vom innerstädtischen Flughafen Arlanda und auch vom Skavsta Flughafen gibt es schnelle und günstige Zug- und Busverbindungen.

Hast du ein Visum für das Praktikum benötigt? Über welche Dienste/Webseiten/Institutionen hast du dir Informationen oder das Visum besorgt?

Da Schweden zur EU gehört und ich nur für 6 Monate dort war, habe ich kein Visum für meinen Auslandsaufenthalt benötigt.

Wie hoch waren die Kosten für Miete, Lebenshaltung etc. bzw. die Gesamtkosten für dein Auslandspraktikum?

Man muss sich darauf einstellen, dass es sehr teuer wird, wenn man nach Stockholm gehen möchte. Neben den sehr hohen Mieten, gibt es auch sehr hohe Lebenshaltungskosten. Supermarktpreise und auch Eintrittspreise für verschiedene Lokalitäten wie Kino, Discotheken, Museen und ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel sind viel höher als in Deutschland. Wenn man im Zentrum wohnen und viel in Stockholm unternehmen möchte, sollte man um die 700€ - 1000€ im Monat zur Verfügung haben.

Was waren die deutlichsten kulturellen bzw. gesellschaftlichen Unterschiede zu Deutschland?

Im Großen und Ganzen musste ich mich nicht besonders umstellen. Die einzige Barriere war am Anfang natürlich die Sprache. Wenn man einen Sprachkurs macht und den ganzen Tag von schwedisch sprechenden Menschen umgeben ist, geht es aber relativ schnell schwedisch zu lernen. Außerdem spricht so gut wie jeder Schwede perfektes Englisch.

Hast du Insidertipps für die Freizeit in deiner Aufenthaltsstadt / deinem Aufenthaltsland, die in keinem Reiseführer stehen?

Stockholms Zentrum ist sehr übersichtlich und kann gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Die Inseln sind durch Brücken verbunden, daher gibt es dabei keine Einschränkungen, eher im Gegenteil: es ist sehr interessant zu erkennen, wie die Stadt aufgebaut ist und wohin welche Wege führen. Es lohnt sich einen langen Spaziergang am Wasser zu machen. Im Sommer kommt man an mehreren Badestränden vorbei. Außerdem wird man viele interessante Hausboote sehen, wo Leute das ganze Jahr über wohnen. In Stockholm gibt es viele Museen, empfehlen kann ich das „Fotografiska Museet“, welches immer sehr interessante Fotografie Ausstellungen zu bieten hat. Im Café im obersten Geschoss hat man eine beeindruckende Aussicht auf das Wasser und mehrere Inseln. Wenn man tanzen gehen möchte, kann ich das „Trädgården“, zu Deutsch: „Garten“, empfehlen. Dieser Club liegt unter eine Brücke, die zwei Inseln miteinander verbindet. Im Sommer kann man die ganze Nacht draussen verbringen, mehrere DJs legen auf und die Preise sind etwas günstiger als in anderen Clubs. Sehr bekannt ist das „Berns“, wo auch immer die Stockholmer Fashion Week stattfindet. Die Eintritts- und Getränkepreise sind sehr hoch, dafür befindet man sich in einer sehr edlen Atmosphäre. Shoppen kann man in Stockholm auch sehr gut. In Södermalm gibt es die Straße „Götgatan“, die sich über die komplette Insel erstreckt. In der Nähe liegt auch das In-Viertel „Sofo“. Dort gibt es viele kleine Lädchen und Second Hand Shops, aber auch die großen schwedischen Designer.

Was waren kulinarische Höhepunkte? Was muss man gegessen haben?

„Fika“, heißt auf schwedisch so viel wie Kaffeepause. Dazu wird oft eine „Kanelbulle“, eine Zimtschnecke, gegessen. Kleine Pausen werden zwischendurch gerne und oft gemacht. Es gibt viele weitere süße Spezialitäten, jedoch mögen die Einwohner auch deftige Gerichte wie z.b. „Köttbullar“, Fleischbällchen, oder auch „bröd med smör“, Brot mit Butter. Es gibt viel frischen Fisch und allgemeinen ernähren sich die Schweden sehr gesund.

Hast du vor dem Praktikum schon Kontakt zu Leuten in dem Land aufgebaut? Falls ja, wie?

Neben dem Praktikumsunternehmen habe ich vorher keine weiteren Kontakte in dem Land aufgebaut.

Sind die Leute aufgeschlossen? Ist es einfach, in der Freizeit, z.B. in einer Bar, Kontakt zu Einheimischen aufzubauen?

Die Schweden sind aufgeschlossen, allerdings ist es schwierig, richtige Freundschaften zu schließen und den Kontakt aufrecht zu erhalten nachdem man sich kennengelernt hat. Die Menschen werden eher als zurückgezogen bezeichnet und das trifft auch auf die meisten zu. Natürlich kommt es immer auf die einzelne Person an und in welchen Lokalitäten man sich aufhält.

Welcher Ort eignet sich besonders, um Einheimische kennenzulernen?

Ich habe auf der Insel Södermalm gewohnt, die als jünger und alternativer bezeichnet wird. Hier gibt es das In-Viertel „Sofo“ mit unzähligen Designershops, Cafès und Bars, vielen schönen Plätzen und Straßen, was der berühmt für Stockholm ist. Hier gibt es auch ein Mal im Monat die „Sofo Night“ viele Geschäfte haben längere Öffnungszeiten, oft legt ein DJ mitten im Laden auf und man wird auf ein Bier eingeladen. Hier sind die Schweden eher gelassener und man kommt schneller mit Ihnen ins Gespräch.

Hast du spezielle Versicherungen oder Impfungen benötigt?

Ich habe bei meiner Krankenkasse eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Impfungen habe ich keine benötigt.

Gibt es in dem Land bestimmte Regelungen bzgl. Urlaub und/oder Arbeitszeit?

Es gelten im Großen und Ganzen die gleichen Regelungen wie auch in Deutschland.

Wie hat dir das Auslandspraktikum insgesamt gefallen? Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Stockholm ist eine der schönsten Städte, die ich bis jetzt kennengelernt habe und bietet eine beeindruckende Atmosphäre. In ein fremdes Land zu gehen, dessen Kultur man nicht kennt und dessen Sprache man nicht spricht, ist für die persönliche Weiterentwicklung sehr wichtig. Da ich bei meinem Praktikum als ein Teil des Teams behandelt wurde und dort wie alle anderen Mitarbeiter ein gewisses Maß an Eigenverantwortung gehabt habe, konnte ich meine Kompetenzen sehr gut unter Beweis stellen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich der Auslandsaufenthalt und das Praktikum professionell sowie auch persönlich sehr bereichert haben.

Würdest du das Praktikum aus heutiger Sicht noch einmal machen wollen? Was würdest du ändern und was wieder genauso angehen

Ich würde auf jeden Fall nochmal nach Stockholm gehen und ich kann mir nach meinem Aufenthalt auch sehr gut vorstellen, dort zu arbeiten und zu leben. Da ich für mein Auslandspraktikum ein Stipendium bekommen habe, glücklicherweise eine Unterkunft in Södermalm gefunden habe und das Praktikum mir sehr viel Spaß gemacht hat, würde ich alles wieder genau so machen.




Schweden-Flagge
Schweden
  • Vorname: Stefan
  • Alter: 22
  • Stadt des Praktikums: Stockholm
  • Unternehmen/Institution: Bilfinger Berger Spezialtiefbau GmbH
  • Dauer des Praktikums: 4 Monate
  • Jahr des Praktikums: 2010

Aus welchen Gründen wolltest du ein Auslandspraktikum antreten und warum hast du dich für diesen Ort entschieden?

Um Erfahrungen und Sprachkenntnisse zu sammeln.

Wie bist du an deinen Praktikumsplatz gekommen? Gibt es Besonderheiten, die man bei der Bewerbung beachten muss?

Ich habe schon vorher ein Praktikum bei Bilfinger Berger gemacht und wurde dann gefragt, ob ich Lust auf ein weiteres habe.

In welchem Bereich hast du dein Auslandspraktikum absolviert? Was waren deine Aufgaben?

Mein Aufgabengebiet umfasste den Spezialtiefbau. Meine Hauptaufgabe Bestand darin, das gezielte Anheben und Unterfangen von Bauwerken zu übernehmen (durch hydraulische Hebeeinrichtungen)

Wie hast du die Reise organisiert (Flüge, Unterkunft etc.)? Von welchen Organisationen hattest du ggf. Unterstützung?

All das wurde von der Firma gestellt.

Hast du ein Visum für das Praktikum benötigt? Über welche Dienste/Webseiten/Institutionen hast du dir Informationen oder das Visum besorgt?

Ein Visum direkt war nicht nötig, allerdings jedoch die Registrierung im Schwedischen Steuersystem. Auch das erledigte die Firma.

Wie hoch waren die Kosten für Miete, Lebenshaltung etc. bzw. die Gesamtkosten für dein Auslandspraktikum?

Miete und Reise zum Arbeitsplatz wurden von der Firma übernommen, Lebenshaltungskosten (Essen, Trinken) war relativ hoch. Etwa 400 € / Monat.

Was waren die deutlichsten kulturellen bzw. gesellschaftlichen Unterschiede zu Deutschland?

Die Preisunterschiede beim Essen / Trinken, völlige Anonymität auf der Straße, sehr kontaktfreudige Art der (auch schwedischen) Kollegen.

Hast du Insidertipps für die Freizeit in deiner Aufenthaltsstadt / deinem Aufenthaltsland, die in keinem Reiseführer stehen?

Djurgården! Steht zwar im Reiseführer, habe ich aber eher durch Zufall gefunden – sehr empfehlenswert!

Was waren kulinarische Höhepunkte? Was muss man gegessen haben?

Kräftskiva (gibt’s bei einem traditionellen Fest im Spätsommer)!

Hast du vor dem Praktikum schon Kontakt zu Leuten in dem Land aufgebaut? Falls ja, wie?

Nein, gar keine.

Sind die Leute aufgeschlossen? Ist es einfach, in der Freizeit, z.B. in einer Bar, Kontakt zu Einheimischen aufzubauen?

Teils ja, teils nein. Normalerweise ist es recht schwierig, in Gruppen hineinzukommen. Aber natürlich gibt es, wie immer, Ausnahmen von dieser Regel.

Welcher Ort eignet sich besonders, um Einheimische kennenzulernen?

Die Fußgängerzone rund um Slussen.

Hast du spezielle Versicherungen oder Impfungen benötigt?

Nicht dass ich wüsste.

Gibt es in dem Land bestimmte Regelungen bzgl. Urlaub und/oder Arbeitszeit?

Pünktlich um 11:30 Uhr wird Lunch gemacht. Da lassen alle (!) Schweden alles stehen und liegen und begeben sich zum Essen. Die Arbeitsmentalität der Schweden ist: Kein Geld, keine Arbeit. Überstunden werden nicht (oder nur sehr widerwillig) gemacht.

Wie hat dir das Auslandspraktikum insgesamt gefallen? Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Mein Praktikum hat mir sehr gut gefallen, es war sehr interessant und brachte mir eine Menge Erfahrungen. Definitiv empfehlenswert (auch, weil Stockholm eine sehr schöne Stadt ist)!

Würdest du das Praktikum aus heutiger Sicht noch einmal machen wollen? Was würdest du ändern und was wieder genauso angehen

Ja, ausnahmslos.