Arbeitnehmer

Ein Arbeitnehmer wird definiert als eine Person, die aufgrund eines privatrechtlichen Arbeitsvertrags unselbstständige, fremdbestimmte Dienstleistungen zu erbringen hat. Für diese Dienstleistungen haben sie im Gegenzug das Recht auf eine Entlohnung. Ok, das klingt jetzt ganz schön bürokratisch, anders ausgedrückt ist der Arbeitnehmer der Angestellte eines Unternehmens und führt die ihm zugewiesenen Aufgaben aus und bekommt dafür seinen Lohn. Doch nicht jeder, der eine berufliche Tätigkeit ausführt, ist auch gleichzeitig ein Arbeitnehmer. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Beamte und Richter, Ehegatten und Kinder, Soldaten und Zivildienstleistende, Selbstständige, Vorstandsmitglieder juristischer Personen, Gesellschafter, Strafgefangene, Ordensleute UND Praktikanten. Auch wenn das vielen nicht klar ist: Du bist als Praktikant KEIN Arbeitnehmer. Nun stellst du dir sicher die Frage nach dem „Warum?“. Dies liegt ganz einfach daran, dass ein Praktikum nicht den Zweck der Arbeit sondern des Lernens hat. Zudem gibt es im Falle eines Pflichtpraktikums kein Recht auf Vergütung. Ist das Praktikum freiwillig steht einem „nur“ eine Bezahlung in Anlehnung an die Ausbildungsvergütung zu. Somit ist ein Praktikum kein Tausch Arbeit gegen Lohn sondern eine Lernphase. Doch natürlich sieht die Realität oft ganz anders aus. Auch wenn Praktikanten laut Gesetzgebung nicht zu den Arbeitnehmern gezählt werden, können sie in der Realität einen Arbeitsvertrag haben und zählen in diesem Fall entgegen der Bezeichnung zu den Arbeitnehmern. Natürlich haben Arbeitnehmer (falls ein entsprechender Vertrag besteht, also auch du als Praktikant) verschiedene Rechte und Pflichten. Die Pflichten der Arbeitnehmer lassen sich in Haupt- und Nebenpflichten unterteilen. Die Hauptpflicht ist die Ableistung der vereinbarten Arbeit. Zu den Nebenpflichten zählen die Treue- und Verschwiegenheitspflicht, der pflegliche Umgang mit Materialen bzw. Werkzeugen, Wettbewerbs- und Abwerbungsverbot sowie die wechselseitige Rücksichtnahme und Schutzpflicht. Zu den Rechten der Arbeitnehmer zählen neben der Entlohnung die Fürsorgepflicht, die Pflicht pfleglich mit dem Arbeitnehmer umzugehen, ein Arbeitszeugnis auszustellen sowie Urlaub zu geben.